OB Newsletter: „Aktuelle Entwicklungen zum städtischen Haushalt 2026“ (18.09.2025)
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,
die Herausforderungen für unsere Stadt sind groß. Die Finanzlage hat sich in den vergangenen Monaten stark verändert – viele Ursachen liegen außerhalb unseres Einflusses, von der schwachen Konjunktur bis zur Transformation der Automobilindustrie.
Was wir heute wissen: Die finanziellen Spielräume, die wir über Jahrzehnte hatten, werden in dieser Form nicht zurückkehren. Wir müssen lernen, mit dauerhaft niedrigeren Einnahmen zu gestalten – und trotzdem handlungsfähig zu bleiben.
Mit dem Leitbild „Ingolstadt – zukunftsstark 2030“ haben wir einen strategischen Rahmen entwickelt, der zeigt, wie wir diesen Wandel gestalten wollen. Es bündelt unsere Maßnahmen in vier zentralen Schwerpunkten:
- Umfassend konsolidieren: Ausgaben reduzieren, Prioritäten setzen, handlungsfähig bleiben.
- Innovativ optimieren: Verwaltung modernisieren, Digitalisierung und KI gezielt einsetzen.
- Wirtschaft zukunftsweisend fördern: Wirtschaft stärken, Transformation unterstützen, Zukunftsbranchen ausbauen.
- Fair finanzieren: Faire Rahmenbedingungen für Kommunen einfordern.
Das vollständige Leitbild steht Ihnen unter www.ingolstadt.de/leitbild2030 zur Verfügung.
Für die Stadtverwaltung gilt dabei: Wir werden den Personalkörper schrittweise reduzieren – das bedeutet insgesamt weniger Stellen. Natürlich bleibt die Stadt Ingolstadt ein verlässlicher Arbeitgeber, deshalb soll dies durch natürliche Fluktuation geschehen und wir werden weiterhin alles dafür tun, damit wir betriebsbedingte Kündigungen ausschließen können.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die kommenden Jahre werden uns allen etwas abverlangen. Auch die Bürgerinnen und Bürger werden Einschnitte spüren, bei Projekten, Angeboten und Investitionen. Doch wir handeln heute, damit Ingolstadt auch morgen gestalten kann. Wir handeln, um unsere Stadt strukturell zu erneuern und sie an die neue finanzielle Realität anzupassen.
Mir ist bewusst, dass die aktuelle Situation Unsicherheit mit sich bringt. Umso wichtiger ist mir, offen zu kommunizieren, wohin wir wollen und welche Schritte wir gehen. Wie ist unser Fahrplan?
In der Oktobersitzung des Stadtrats werden wir über Maßnahmen aus der Konsolidierungsrunde 2 im Rahmen der Aufgabenkritik beschließen. Diese hat in ersten Ämtern und Referaten bereits erste konkrete Vorschläge erbracht, über die jetzt entschieden wird. Dies sind aber nur erste Vorschläge, die wir in den nächsten Monaten ergänzen und im kommenden Jahr schrittweise zur Abstimmung stellen.
Die seit September bekannte Verschärfung der Haushaltssituation macht es auch nötig, über die geplanten Bauprojekte zu diskutieren und zu entscheiden. Was davon, was wünschenswert ist, können wir uns noch leisten? Über Einzelkredite müssen wir mit der Regierung von Oberbayern reden – auch darüber werden wir in der Oktobersitzung diskutieren.
Ganz generell: Angesichts des erwarteten Defizits von 60 bis 80 Millionen Euro im Jahr 2026 werden wir keinen gedeckten Haushalt vorlegen können. Was aber bedeutet diese „vorläufige Haushaltsführung“ für die tägliche Arbeit der Verwaltung im kommenden Jahr? Auch zu dieser haushaltslosen Zeit, die gesetzlich geregelt ist, wird es zeitnah weitere Informationen für den Stadtrat und die Verwaltung geben.
Ich bin überzeugt: Gemeinsam schaffen wir es, Ingolstadt auch in dieser neuen Zeit handlungsfähig, lebenswert und zukunftsstark zu halten.
Ingolstadt hat in seiner Geschichte immer wieder gezeigt, dass es Krisen in Chancen verwandeln kann.
Das wird uns auch diesmal gelingen – mit Mut, Zusammenhalt und der Bereitschaft, uns weiterzuentwickeln.
Vielen Dank für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung auf diesem Weg!
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Michael Kern
Oberbürgermeister
