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Selbstbestimmtes Spielen und Lernen

Spielen und Lernen sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Freie Spielprozesse sind immer Lernprozesse! Denn Kinder sind höchst motiviert, kreativ, konzentriert und ausdauernd bei der Sache, wenn sie ihren eigenen Interessen nachgehen können. In dieser lernwilligen Phase besteht nun die Möglichkeit, zusätzlich zu den eigenen Lernerfolgen der Kinder, moderierte Lernaktivitäten einfließen zu lassen. Ein Beispiel hierzu ist das Spielen in der Bauecke. Hier werden mathematische Grunderfahrungen im Bereich Längeneinheiten, geometrische Formen, dreidimensionale Kenntnisse gesammelt und mit pädagogischer Unterstützung gelenkt und erweitert.

Für diese wichtige freie Lernzeit stehen den Kindern im Hort je nach Unterrichtsende täglich etwa ein bis zwei Stunden zur Verfügung. Im Schulkindergarten beträgt die Zeit in etwa das gleiche Maß.

Im gemeinsamen Spiel mit Anderen wird durch die verbale Auseinandersetzung der Kinder nicht nur die Sprachkompetenz intensiv gefördert, sondern vor allem auch die sozialen Kompetenzen. Sie lernen Verantwortung für sich selbst und anderen gegenüber zu übernehmen, wenn sie Regeln gemeinsam aushandeln, Vorgehensweisen absprechen oder über Lernschritte reflektieren.

Die oft damit verbundenen zwischenmenschlichen Konflikte durch unterschiedliche Vorstellungen eines Spielablaufs sind ebenso als Lernprozess anzusehen. Das pädagogische Fachpersonal steht den Kindern hierzu als „Mediator“ – vermittelnd eingreifend – für das Erlernen von Konfliktlösungsstrategien zur Seite.