Stadtrats-Hearing zur technischen Machbarkeit - Oktober 2021
In den vorangegangen Stadtratsdebatten sowie in der Bevölkerung kamen in letzter Zeit immer wieder Fragen zur technischen Machbarkeit der Kammerspiele auf. Deshalb stellten sich am 13. Oktober 2021 ein Team von Fachleuten den Stadträten in einem Hearing zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Zuhörer aus der Bürgerschaft waren im Festsaal ebenfalls willkommen. Parallel wurde das Hearing per Video-Livestream übertragen.
Das Team von blauraum Architekten zeigte die Vorzüge des künftigen Standorts auf und präsentierte die Kammerspiele als Gebäude für die Gemeinschaft, das neben der Kultur auch das Leben, die Energie und die Nachhaltigkeit berücksichtigt. Die Nähe zum Stadttheater sei in vielerelei Hinsicht vorteilhaft. Der niedrigere Neubau wird mit dem Hämer-Bau ein verbindliches Duo bilden, dessen neues Foyer sich einladend hin zur Stadt und zum Stadttheater öffnet. Einladend sei auch der stufig ausgebildete Sockel, der als Plateau ein Ort der Begegnung wird.
Hochwertige recycelte Materialien werden ins Gebäude implementiert. Das aufgefangene Regenwasser wird für die Bewässerung der neuen Grünanlagen genutzt und die Fassaden als Grünfassaden gestaltet. Das aufgesetzte Technikgeschoß erhält eine Photovoltaikanlage und Fernwärme und -kälte versorgen das Bauwerk. Im vorderen Teil des Sockelgeschoßes entsteht eine öffentliche Fahrrad-Parkgarage.
Das Büro für Geotechnische Beratung, S&P Smoltcyk & Partner, erklärte seine Empfehlungen für die bautechnischen Maßnahmen anhand eines geologischen Modells.
Die Vielzahl vorliegender Daten, beispielsweise die Aufzeichnungen zum Donauwasser seit 1923, ein umfangreiches Archiv und die reichlich vorhandenen Grundwassermessstellen sowie die bestehende Tiefgarage erleichtern die Durchführung der Baumaßnahme.
Teilweise werden neue Fundamente erforderlich, da die künftig zu tragenden Lasten durch das neue Gebäude größer sein werden als bisher. In die bestehende Wasserhaltung im Bereich der Tiefgarage wird dabei kaum bzw. nicht eingegriffen.
Die zuständigen Tragwerksplaner, bergmeister Ingenieure, erläuterten den Bestand, den Rückbau, die Gründung, die Baugrubensicherung und den Neubau. Das 1976 erstellte Baugrundgutachten stimmt mit dem aktuellen Baugrundgutachten überein. Es stehen Konstruktions-, Bewährungs- und Schalungspläne aus dem Bestand zur Verfügung, ebenso die Bestandsstatik und das Brandschutzkonzept. Eine ausführliche Bauakte des Bestands ergänzt die Unterlagen und eine Machbarkeitsstudie für die Überbauungen wurde erstellt.
Das Tragwerkskonzept sieht im südlichen Teil vor, die bestehende Tiefgarage innerhalb der vorhandenen Schlitzwand rückzubauen und neu aufzubauen. Eine Umschließung ist vorgesehen. Das Tragsystem, unten aus konventionellem Stahlbeton, wird nach oben hin leichter ausgeführt. Eine untere und seitliche Wanne stellt die Dichtebene der Kammerspiele zum Grundwasser her. Das grundlegende Konzept der Tiefgaragenflutung im Falle von Hochwasser wird weitergeführt.
Der Visualisierungsfilm von blauraum Architekten schloss den Vortragsteil des Hearings ab. Auf die Fragen der Stadträte zur technischen Machbarkeit wurde von den Fachleuten ergänzend zu den zuvor gezeigten Präsentationen ausführlich eingegangen.
