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Feuerwerksverbot in der Altstadt an Silvester

Das Abschießen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist vom 31. Dezember bis 1. Januar im Bereich der historischen Altstadt untersagt. Ferner besteht ein Mitführverbot von Feuerwerkskörpern (31. Dezember, 22 Uhr, bis 01. Januar, 1 Uhr).

In vielen Großstädten wird das Silvesterfeuerwerk im Innenstadtbereich zunehmend kritisch gesehen und von einem immer größer werdenden Teil der Bevölkerung abgelehnt. Die Ablehnung beruht zum einen auf Störungen bei einer sehr engen Bebauung der Innenstädte, mit eine sehr hohe Bevölkerungsdichte und zum anderen auf den negativen Begleiterscheinungen wie beispielsweise Luftverschmutzung, Umweltbelastungen, Lärm, Müll, Körperverletzungen und insbesondere der Gefahr von Bränden, was auch aus verschiedenen Anträgen aus der Bürgerschaft sowie den verschiedenen Fraktionen und Gruppen des Ingolstädter Stadtrates hervorging.

Durch die starke Rauch- und Qualmentwicklung („Dunstglocke“) des Feuerwerks, könnte sich bei einem evtl. Brand in der eng bebauten historischen Innenstadt zusätzlich eine erschwerte Brandidentifizierung ergeben, wodurch sich u. U. für die Einsatzkräfte verzögerte Eingriffszeiten ergeben und somit wertvolle Zeit bis zur zielgerichteten Brandbekämpfung vergeht.


Hinzu kommt, dass insbesondere durch die enge Bebauung der Innenstädte eine geringere Luftzirkulation vor allem bei Inversionswetterlagen und ein geringerer Luftaustausch stattfindet, so dass sich schädlicher Feinstaub – je nach Wind-/ Wetterverhältnissen - über viele Stunden in der Luft hält und in den unteren Atmosphärenschichten anreichert, was v. a. bei kranken und älteren Personen zu Atemwegsbeschwerden oder Herz-Kreislauf-Problemen führen kann (Überschreitung des zulässigen Tagesmittelwertes für Feinstaub um mehr als das 20fache allein in der Silvesternacht!).

Darüber hinaus landen in Deutschland jedes Jahr zahlreiche Menschen mit Verletzungen z.B. durch Verbrennungen oder Augenverletzungen bis hin zu dauerhaften Hörschäden durch Feuerwerkskörper in der Notaufnahme. In Deutschland erleiden jährlich ca. 8.000 Menschen zu Silvester Verletzungen des Innenohrs durch Feuerwerkskörper. Rund ein Drittel dieser Menschen behält bleibende Schäden, so eine Meldung im Deutschen Ärzteblatt.

Nicht unerwähnt bleiben sollte schließlich auch, dass die Ingolstädter Kommunalbetriebe jedes Jahr zur Beseitigung des silvesterbedingten Müllaufkommens an Neujahr drei Kehrmaschinen, ein Fahrzeug für Bushaltestellen und ein Fahrzeug für die Mülleimer der Innenstadt sowie 16 Mitarbeiter als Handkehrer einsetzen müssen. Die eingesammelte Menge an Müll durch die Kehrfahrzeuge liegt jährlich bei ca. 2-3 Tonnen, wobei mit Einführung der Abschussbatterien das Müllaufkommen signifikant nach oben ging. Das ist ungefähr die 10-fache Müllmenge eines durchschnittlichen Arbeitstages in der Innenstadt, wobei auffallend viele Glasscherben im Unterschied zu anderen Veranstaltungen zu verzeichnen sind, welche wiederum zu Gefahrenstellen für die Altstadtbesucher werden können.

Zusammenfassend sei angemerkt, dass die Freude der Bürgerinnen und Bürger am Silvesterfeuerwerk nicht unterbunden werden soll. Sicherheits- sowie weitere Aspekte wie Umweltverschmutzung, Gesundheit, Müllvermeidung und nicht zuletzt auch die Minimierung der Verletzungsgefahr sowie der Brandschutz sind aber genauso zu beachten. Danach erscheint ein Verbot in der Altstadt nach allem sinnvoll.

Die Polizeiinspektion Ingolstadt wird das Abschuss- und Abbrennverbot sowie natürlich das Mitnahmeverbot von Feuerwerksköpern in der Innenstadt überwachen. Daneben wird in der Silvesternacht auch der Kommunale Ordnungsdienst das Verbot überwachen.

Weitere Informationen finden Sie in der zugehörigen Pressemitteilung vom 03.12.2019 und in der Sitzungsvorlage des Stadtrats vom 24.10.2019.

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