UAM-Wochenende in Ingolstadt:
Die Stadt hebt ab – mit unbemannter Luftfahrt
Drohnen, digitaler Luftraum und die nächsten Schritte in Richtung des elektrischen Fliegens: Beim 12. Netzwerktreffen der Urban Air Mobility (UAM) Initiative der Stadt Ingolstadt und auch bei der „Fachtagung Drohnen im Bevölkerungsschutz“ drehte sich alles um die Zukunft der Luftmobilität. Über 80 Expertinnen und Experten aus Forschung, Wirtschaft, Behörden und Organisationen kamen an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) zusammen, um sich über neue Projekte, Strategien, Technologien und Herausforderungen rund um das unbemannte, elektrische Fliegen auszutauschen.
Bereits am Morgen wurden sieben neue Netzwerkpartner (BDLI, Hirsch Aerospace, E-SkyWing, Skylinesoft, Unware, Verticle/ASO und L.O.P. Solutions) der von der Stadt Ingolstadt koordinierten und somit derzeit 93 Mitglieder umfassenden UAM Initiative begrüßt, bevor der Wirtschaftsreferent der Stadt Ingolstadt Professor Georg Rosenfeld und THI-Präsident Professor Walter Schober die Veranstaltung offiziell eröffneten. „Forschung findet an unserer Hochschule auch verstärkt in der dritten Dimension statt. Dabei nutzen wir wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Bereich des autonomen Fahrens für das unbemannte Fliegen. In der Drohnentechnologie wollen wir der führende Wissenschaftsstandort in Bayern werden“, so Schober.
Anschließend sprach Oberbürgermeister Dr. Michael Kern über die regionale Bedeutung des Themas: „Unbemannte Luftfahrt ist kein Zukunftstraum mehr, sondern Teil eines tiefgreifenden Wandels. Unsere Stadt gestaltet diesen Wandel seit Gründung der UAM Initiative im Jahr 2018 aktiv mit – gemeinsam mit Forschenden, innovativen Unternehmen und starken Partnern aus unserem Netzwerk. In Ingolstadt und der Region haben wir hervorragende strukturelle Voraussetzungen, um Forschung und Entwicklung rund um Advanced Air Mobility weiter voranzutreiben und in unsere Umgebung zu integrieren, damit unsere Bürgerinnen und Bürger langfristig von den positiven Aspekten innovativer Technologien profitieren.“
Im weiteren Verlauf des Tages standen unter anderem verschiedene Live-Demonstrationen im Fokus – etwa zu autonomen Drohnenschwärmen für Rettungseinsätze, Hightech-Batterietechnologie im Forschungsflugzeug AT01 und ein Drohnenfahrzeug der Bergwacht Erlangen. Auch zentrale Forschungsprojekte der THI, wie die Navigation autonom fliegender Drohnen in GPS-gestörter Umgebung oder das gemeinsam mit dem Fraunhofer IVI Anwendungszentrum umgesetzte Luftraumkartierungsprojekt ADAM, wurden vorgestellt. Wie es regulatorisch und strategisch weitergeht, wurde am Nachmittag in einer prominent besetzten Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesverkehrsministeriums, des Bundesverbands der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie der Start-up-Szene diskutiert. Ein abschließender Ausblick zeigte, wie Urban Air Mobility als wichtige Ergänzung zukunftsweisender Mobilität in Ingolstadts Stadtentwicklung integriert werden könnte – mit der Etablierung entsprechender Start- und Landeinfrastruktur für unbemannte Fluggeräte im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA).
Am nächsten Tag lag der Schwerpunkt des Ingolstädter UAM-Wochenendes auf den Drohneneinsätzen im Bevölkerungsschutz. Auf Einladung des BRK und der UAM Initiative Ingolstadt trafen sich 140 Teilnehmende von verschiedenen Rettungsdiensten, Polizei, Feuerwehr, Bergwacht, Bundeswehr und THW zum fachbezogenen Austausch rund um Drohneneinsätze in unterschiedlichsten Szenarien des Zivil- und Katastrophenschutzes. Es wurde intensiv über KI-gestützte Personensuche oder den Einsatz von Lastendrohnen bei der Bergwacht diskutiert, neue UTM-Systeme vorgestellt und aktuelle Erkenntnisse rund um die Erprobung unbemannter Flugsysteme ausgetauscht.
Das UAM-Netzwerktreffen und die BRK-Fachtagung „Drohnen im Bevölkerungsschutz“ unterstrichen einmal mehr: Ingolstadt ist mehr als ein Automobilstandort, es ist ein wachsendes Mobilitäts- und Technologiezentrum und offen für innovative Luftmobilität in verschiedensten Anwendungsfällen. Unbemanntes Fliegen wird uns in die Zukunft begleiten, von Transport und Logistik bis hin zur Lageerkundung im Katastrophenfall. Die UAM Initiative Ingolstadt unterstützt dies gemeinsam mit ihren mehr als 90 nationalen und internationalen Partnern – mit Weitblick, Forschungskraft und einem starken regionalen und überregionalen Schulterschluss.
