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19.09.2025

Stadt reagiert auf dramatische Haushaltslage

Maßnahmen zur Stabilisierung eingeleitet

Die Finanzlage der Stadt Ingolstadt hat sich deutlich verschärft. Für 2026 wird inzwischen ein Defizit von 60 bis 80 Millionen Euro erwartet – doppelt so viel wie bisher angenommen. „Wir stehen vor einer dramatischen, äußerst herausfordernden und historisch schwierigen Situation“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Michael Kern. Trotz zweier Konsolidierungspakete mit einem Volumen im hohen Millionenbereich und trotz aller bisherigen Einsparungen gelingt es nicht, den Haushalt ausreichend zu stabilisieren.

Andere Städte in Deutschland kämpfen schon länger mit ähnlichen Problemen, für Ingolstadt ist dies eine neue Realität. Nach den jetzt vorliegenden Daten und dem ersten Entwurf für den Haushalt 2026 ist es unwahrscheinlich, dass im kommenden Jahr ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden kann.

Ursachen für die Schieflage sind steigende Kosten im Bau- und Sozialbereich sowie beim Personal, während die Einnahmen einbrechen. Besonders gravierend wirkt sich die Transformation der Automobil- und Zulieferindustrie aus, die Ingolstadt besonders hart trifft: Die Gewerbesteuer, lange Zeit wichtigste Einnahmequelle, hat sich faktisch halbiert. Statt der benötigten rund 150 Millionen Euro jährlich werden 2025 voraussichtlich nur 55 Millionen Euro eingenommen.

Um gegenzusteuern, verschärft die Stadt die bestehende Haushaltssperre, führt das Konsolidierungspaket II konsequent fort und stellt sämtliche geplanten Ausgaben und Investitionen auf den Prüfstand, auch im Bau und im Bereich der freiwilligen Leistungen. Parallel dazu werden weitere Konsolidierungsmaßnahmen erarbeitet.

„Wir stehen als Stadtgesellschaft vor einer großen Herausforderung, aber wir sind nicht ohnmächtig. Mit klaren Entscheidungen, gemeinsamer Kraft und der notwendigen Disziplin können wir unsere Handlungsfähigkeit bewahren“, betont Oberbürgermeister Dr. Kern.

Zudem sucht die Stadt aufgrund der historisch einmaligen Situation Unterstützung beim Freistaat Bayern und stimmt sich eng mit der Regierung von Oberbayern als Rechtsaufsicht ab. Ziel ist es, die Belastungen abzufedern und notwendige Kreditermächtigungen zu sichern.

„Die kommenden Jahre werden weitere Einschnitte bringen, die auch im Alltag spürbar sein werden. Aber unser Ziel bleibt: Ingolstadt langfristig als starke, lebenswerte und zukunftsfähige Stadt zu erhalten“, so Oberbürgermeister Dr. Kern.