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28.07.2026

Gelungene Verbindung

Erweiterungsbau feiert zehnten Geburtstag

Eine Geburtstagsparty, wie sie im Buche steht, feierte das Deutsche Medizinhistorische Museum im Juli: Der moderne Erweiterungsbau wurde vor zehn Jahren eingeweiht – zur Feier des Jubiläums gab es einen Festakt im Anatomiegarten, Musik, Barbetrieb, freien Eintritt und natürlich auch eine Geburtstagstorte.

Museumsdirektorin Prof. Marion Ruisinger konnte viele Gratulanten begrüßen, darunter Oberbürgermeister Dr. Michael Kern, Kulturreferent Marc Grandmontagne, Freunde und Förderer des Museums sowie viele interessierte Besucherinnen und Besucher.

Oberbürgermeister Dr. Kern bezeichnet den Anbau in seiner Festrede als „ein Aushängeschild für Ingolstadt und vor allem ein klares Bekenntnis der Stadt zu Kultur, Wissenschaft und Bildung“. Er erinnerte an die wechselvolle Geschichte des Museumsgebäudes: zunächst als Anatomie der Bayerischen Landesuniversität Ingolstadt und danach als Bauernhof. 1969 kaufte die Stadt das Gebäude, restaurierte es und eröffnete 1973 im Barockbau das erste Medizinhistorische Museum in Deutschland. Der Erweiterungsbau erfüllt alle Anforderungen, die an ein modernes Museum gestellt werden. Eine Voraussetzung dafür, dass das Gebäude nicht nur ein Museum beherbergt, sondern auch ein Treffpunkt für diejenigen ist, die sich mit Medizin und der Geschichte der Medizinischen Forschung beschäftigen. „Barockbau und der moderne Anbau sind eine Einheit, die Vergangenheit und Zukunft harmonisch verbindet“, betont der Oberbürgermeister.

Vor der Neubaueröffnung lag der beengte Eingang versteckt im Seitenflügel. Zudem war das Haus nicht barrierefrei. Mit der Eröffnung am 23. Juli 2016 änderte sich das schlagartig: Seitdem erwartet die Museumsbesucher ein helles, großzügig konzipiertes Foyer mit einem spektakulären Ausblick auf das Ingolstädter Münster. Dieses Foyer bildet den Auftakt zur Dauerausstellung und Sonderausstellung, aber es leitet auch über zu Café und Garten, und es beherbergt einen Museumsshop. Dank des Aufzugs und der durchgehend schwellenfrei angelegten Räumlichkeiten kann das Museum nun auch mit dem Rollstuhl mühelos erkundet werden.

„Durch den Neubau hat sich der Charakter unseres Hauses grundlegend gewandelt“, berichtet Museumsdirektorin Marion Ruisinger. „Es ist bunter, vielseitiger und lebendiger geworden.“ Sie sei der Stadt Ingolstadt unendlich dankbar, dass ihr Wunsch nach einer Verbesserung der baulichen Situation damals Gehör gefunden habe. Und sie sei sehr froh, dass für den Neubau das renommierte Architekturbüro Volker Staab Berlin gewonnen werden konnte. Ihm sei das Kunststück gelungen, für das Gebäude eine moderne Architektursprache zu finden und der barocken Anatomie dennoch den Vortritt zu lassen. „Denn die ist und bleibt natürlich die Hauptperson“, so Ruisinger.

Damals, vor zehn Jahren, stand im Programmheft des Museums unter der Überschrift „Ein neuer Auftakt für die Alte Anatomie“ zu lesen: „Selbstbewusst und zugleich bescheiden signalisiert der Erweiterungsbau des Berliner Museumsarchitekten Volker Staab: Hier geht es rein! Hier finden Sie ein wunderbares Museum – und noch viel mehr!“ Das Team des Deutschen Medizinhistorischen Museums lädt alle Interessierten ein, diesem Ruf zu folgen.