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Alf Lechner: emotional. rational.

Lechner Museum -  01.09. bis 29.12.2019

Alf Lechner erkundete mit seiner künstlerischen Arbeit den Werkstoff Stahl ebenso rational wie emotional. Es entstand ein eindrucksvolles grafisches und skulpturales Werk, mit starker Rationalität in der Planung und naturgewaltiger Emotionalität im Ausdruck.

Den Wunsch des Schaffens und seine starke Leidenschaft vereinte Lechner mit der Analyse von geometrischer Form und Stahl. „Kein Bildhauer hat jemals solche Entdeckungen am Würfel gemacht, keiner den Stahl mit so viel Genauigkeit erkannt“, schrieb Manfred Schne-ckenburger, ehemaliger Direktor der Kunsthalle in Köln und Leiter der Documenta in Kassel 1995 über Alf Lechner.
In systematischen Serien erarbeitete sich Lechner sämtliche Varianten einer Form. In wissenschaftlich anmutenden Versuchsanordnungen erforschte er mathematische Grundformen wie Quadrat und Würfel, wechselte von der Skelett-Konstruktion zum massiven Volumen und wieder zur Linie und beobachtete die Drehung eines schwarzen Quadrats auf einer weißen Fläche.
Gleichzeitig experimentierte er immer weiter mit Stahl und intervenierte im industriellen Stahlfertigungsprozess, um an die Grenzen des Machbaren zu gehen: Er quetschte, schnitt, brannte, brach und ordnete neu.

In dieser Ausstellung werden retrospektiv acht verschiedene Werksgruppen aus der Zeit von 1968 bis 2016 gezeigt und dem Besucher erstmals der kreative Prozess von Alf Lechner offengelegt. Mithilfe von Ideenskizzen, Konstruktionszeichnungen und freien Zeichnungen wird sein Weg von der Idee zum Modell und bis zur ausgeführten Skulptur erlebbar.

Der Beginn seines skulpturalen Schaffens mit Stahl ist in der Ausstellung mit dem kraftvollen Aufbiegen und Quetschen von Vierkant-Profilen in den Jahren 1968/69 abgebildet, bevor er 1972/73 zu präzisen Vorzeichnungen und Abwicklungen der bekannten großen Skulpturen seiner Würfelskelett-Konstruktionen überging.
Das Obergeschoss steht mit Zeichnungen, Kollagen und Skulpturen im Zeichen des Quadrats und der Quadratteilung.