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Zensus 2022


Wie viele Menschen leben in Ingolstadt?

Wie wohnen und arbeiten sie?
Gibt es genug Wohnraum?
Wo brauchen wir mehr Kindergärten, Schulen oder Altenheime?


Um diese und noch viele weitere Fragen zu beantworten findet 2022 wieder ein Zensus statt.

Beim Zensus handelt es sich um eine EU-weite Bevölkerungszählung der Bürgerinnen und Bürger. In Deutschland erfolgt sie alle zehn Jahre durch die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Zuletzt wurde der Zensus 2011 durchgeführt und ursprünglich war der Zensus für das Jahr 2021 geplant, aufgrund der Corona-Pandemie wurde er aber ins Jahr 2022 verschoben.
Der Stichtag des Zensus ist der 15. Mai 2022. Von da an bis Ende Juli 2022 erfolgen die Haushaltsbefragungen in Deutschland.

Wozu brauchen wir den Zensus?

Das Hauptinteresse liegt in der Ermittlung der aktuellen Bevölkerungszahl Deutschlands. Zudem werden auch weitere soziodemografische Angaben, wie das Alter, das Geschlecht, die Staatsbürgerschaft usw., erhoben, sowie Daten zur Wohn- und Wohnungssituation, wie die durchschnittliche Wohnraumgröße, Leerstand oder die Eigentümerquote.

Auf Grundlage der Daten des Zensus werden wichtige finanz-, wohn- und gesellschaftspolitische Entscheidungen in Bund, Ländern und Kommunen getroffen, wie beispielsweise dem Finanzländerausgleich oder die Verteilung von EU-Fördergeldern. Außerdem werden die Daten für kommunale Planungen, wie der Anzahl an Kindergärten, Schulen oder Altenheimen, benötigt.

Wie funktioniert der Zensus?

Alle zehn Jahre wird der Zensus in den EU Ländern durchgeführt. In Deutschland wird ein registergestützter Zensus ausgerichtet. Das bedeutet, dass im ersten Schritt die bereits vorhandenen Daten aus den Verwaltungsregistern (insbesondere die Meldedaten) verwendet werden, daher muss die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger keine weitere Auskunft geben.

Eine reine Auszählung der Meldedaten reicht allerdings nicht aus, da die Angaben nicht immer präzise und aktuell sind. Deshalb wird ein Teil der Bürger/-innen persönlich befragt - Im Rahmen einer Haushaltsbefragung auf Stichprobenbasis. In Ingolstadt werden das ca. 12.000 Personen sein.
Auf Basis dieser Stichprobe können Ungenauigkeiten in den Melderegistern statistisch korrigiert werden. Gründe für diese Ungenauigkeiten in Melderegistern können Karteileichen sein – damit sind Personen gemeint, die noch an einer bestimmten Adresse gemeldet sind, dort aber gar nicht mehr leben, weil sie umgezogen oder bereits verstorben sind. Andererseits können Personen, die an der Anschrift an der sie leben nicht gemeldet sind, zu sogenannten Fehlbeständen, führen. Des Weiteren werden durch die Befragung Daten erhoben, die nicht in den Registern vorliegen, wie die Wohnsituation, Bildung, Berufstätigkeit usw.

Die erhobenen Angaben werden immer anonymisiert ausgewertet und es wird niemals der Einzelfall dargestellt. Denn beim Zensus geht es nicht darum etwas über die individuellen Lebensverhältnisse oder die Einstellungen der Bürger/-innen zu erfahren, sondern verlässliche Daten, in Form von Summen und Durchschnitten, für weitere Planungen zu erhalten.

Datenschutz

Insbesondere der Datenschutz hat beim Zensus höchste Priorität. Die Daten der Bürger/-innen werden besonders vertraulich behandelt, auch gegenüber anderen Ämtern und Behörden. So gilt hier das sogenannte Rückspielverbot. Das bedeutet, dass die durch den Zensus gewonnenen Daten und Erkenntnisse nicht an Meldeämter, Finanzämter oder Grundsteuerstellen weitergegeben werden dürfen.

Die Daten dürfen nur zu statistischen Zwecken verwendet werden.
Dabei spielt insbesondere das Recht auf informationelle Selbstbestimmung eine wichtige Rolle. Aus den Veröffentlichungen des Zensus dürfen keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen möglich sein.

Außerdem werden alle am Zensus beteiligten Personen auf Verschwiegenheit verpflichtet und nicht Einhaltung führt zu strafrechtlichen Konsequenzen.
Das gilt insbesondere für die Erhebungsbeauftragten, welche die persönlichen Interviews vor Ort durchführen werden. Dabei wird berücksichtigt, dass diese Personen nicht in Arbeitsbereichen tätigt sind, die zu Interessenkonflikten führen können, wie dem Meldeamt, der Polizei, dem Finanzamt usw.

Die datenschutzrechtlichen Vorschriften ergeben sich aus der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sowie dem Bayerischen Datenschutzgesetz (BayDSG).

Gesetzliche Grundlage

Laut der EU-Verordnung 763/2008 werden die Mitgliedsstaaten der EU zur Erfassung von zuverlässigen, ausführlichen und vergleichbaren Daten über die Bevölkerung und die Wohnungssituation verpflichtet. Ebenso ist die Gewinnung von Daten zu bestimmten familiären, sozialen und wirtschaftlichen Merkmalen, sowie Wohnungsmerkmalen, festgelegt.

Das Zensusvorbereitungsgesetz regelt den Aufbau und die benötigte Infrastruktur des registergestützten Zensus. Im Gesetz ist die Durchführung des Zensus im Jahr 2022 festgelegt, sowie die Auskunftspflicht der zu befragenden Bürger/-innen und die zu erhebenden Merkmale, die nicht bereits in der EU-Verordnung festgesetzt sind. Im Gesetz ist auch die Verschiebung des Zensus um ein Jahr aufgrund der Corona-Pandemie geregelt.

In Bayern ist das Änderungsgesetz zum Bayerischen Statistikgesetz maßgeblich.