Seiteninhalt

Stadtsanierung

Aktuelle Sanierungsgebiete, Finanzierung & Förderung von Sanierungsvorhaben

Ingolstadt hat bereits kurz nach dem In-Kraft-Treten des früheren Städtebauförderungsgesetzes mit den ersten Sanierungsmaßnahmen begonnen. In den 70er Jahren lag der Schwerpunkt der Sanierungsmaßnahmen im Wesentlichen im Grunderwerb und in Ordnungsmaßnahmen, das heißt in der Verlagerung störender Betriebe und in der Verbesserung der Infrastruktur. Ab den 80er Jahren wurden verstärkt Gebäude saniert, Wohnraum geschaffen sowie gezielt das Wohnumfeld verbessert.

Heute stehen gestalterische Aufwertung von Straßen und Plätzen und die Unterstützung bei Modernisierungen und Instandsetzungen privater Gebäude im Mittelpunkt der geförderten Sanierungsmaßnahmen.

Voraussetzung für die Förderung von Sanierungsmaßnahmen ist die Ausweisung von Sanierungsgebieten.

 

Aktuelle Sanierungsgebiete innerhalb der Altstadt

Sanierungsgebiet A - Oberer Graben, Jesuiten-, Neubaustraße

Das Sanierungsgebiet „A“ liegt im nordwestlichen Teil der Altstadt und umfasst den Bereich zwischen Oberer Graben, Jesuitenstraße, Johannesstraße und Neubaustraße. Vorrangiges Ziel war die Umsiedlung des Bürgerlichen Brauhauses. Auf dem frei gewordenen Grundstück wurde inzwischen das Seniorenheim der Heilig-Geist-Spital Stiftung errichtet. Darüberhinaus soll die Wohnnutzung durch Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen gestärkt werden.

Sanierungsgebiet B - Nördlich des Münsters mit Münsterumfeld & westliche Theresienstraße

Das Sanierungsgebiet „B“ befindet sich im westlichen Bereich der Altstadt und wird durch die Jesuitenstraße im Norden, die Konviktstraße im Osten, die westliche Theresienstraße im Süden und den Oberen Graben im Westen begrenzt. Ein vorrangiges Sanierungsziel war die Neuordnung des Areals der ehemaligen „Flandernkaserne“, die Modernisierung dieses städtebaulich bedeutungsvollen Bauwerks sowie weiterer im Sanierungsgebiet befindlicher Baudenkmäler und die Umgestaltung des öffentlichen Raums (Münsterumfeld).

Sanierungsgebiet C - Südlich des Münsters

Das Sanierungsgebiet „C“ befindet sich im westlichen Bereich der Altstadt und umfasst das Gebiet zwischen Kreuzstraße, Poppenstraße, Griesbadgasse, Gartengasse und Brunnhausgasse. Charakteristisch für das Sanierungsgebiet ist die historisch gewachsene Bausubstanz, die noch weitgehend erhalten ist. Vorrangiges Ziel war die Absiedlung störender Betriebe, die anschließende Sanierung der abgesiedelten Flächen und die Bebauung mit einer neuen, die Altstadt bereichernden Nutzung sowie die Stärkung der Wohnnutzung durch Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.

Sanierungsgebiet D - Nördlich der Sebastianstraße

Das Sanierungsgebiet „D“ befindet sich im Nord-Osten der Altstadt und wird durch die Kellerstraße im Norden, die Sebastianstraße im Süden, die Proviantstraße im Westen und den Unteren Graben im Osten begrenzt. Vorrangiges Ziel ist die städtebauliche Neuordnung des Sanierungsgebiets mit Schaffung von zusätzlichem Wohnraum sowie der Erhalt vorhandener Wohnnutzung durch Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.

Sanierungsgebiet G - Bereich Herzogskasten

Das Sanierungsgebiet „G“ befindet sich im süd-östlichen Bereich der Altstadt und umfasst den Bereich zwischen Mauthstraße, Theatervorplatz, Reiterkasernstraße, Jägergasse und Reitschulgasse. Im Sanierungsgebiet befinden sich die denkmalpflegerisch und städtebaulich bedeutungsvollen Bauwerke des Herzogskastens sowie die ehemalige kurfürstliche Reitschule. Vorrangiges Ziel ist die Erhaltung und Modernisierung dieser bedeutenden Baudenkmäler und die Umgestaltung und Neuordnung des dazugehörigen Platzbereiches.

Sanierungsgebiet H - Stadtmauerbereich Unterer Graben

Das Sanierungsgebiet „H“ im nordöstlichen Teil der Altstadt umfasst den Bereich des „Unteren Graben“ mit einem des am besten erhaltenen Abschnitts des mittelalterlichen Stadtmauerrings. Ziel der Sanierung ist die Aktivierung der an der Stadtmauer befindlichen Wohngebäude und die Sanierung der historischen Stadtmauer.

Sanierungsgebiet K - Hohe Schule

Das Sanierungsgebiet „K“ befindet sich im westlichen Teil der Altstadt und umfasst den Bereich um die Hohe Schule. Es wird im Norden von der Theresienstraße, im Osten von der Luftgasse und der Roseneckstraße, im Süden von der Kanalstraße und im Westen von der Goldknopfgasse begrenzt. Im Sanierungsgebiet befinden sich sehr viele mittelalterliche Gebäude, die einen direkten Bezug zum Universitätsbetrieb haben, der hier über 300 Jahre beheimatet war. Ziel der Sanierung ist die Erhaltung und Modernisierung der städtebaulich und denkmalpflegerisch bedeutsamen Baudenkmäler sowie die Aufwertung von Platz- und Straßenräumen.

Sanierungsgebiet L - beiderseits der Harderstraße

Das Sanierungsgebiet L im nördlichen Altstadtbereich zieht sich entlang der Harderstraße vom Kreuzungsbereich Kupferstraße/Schrannenstraße im Süden bis zum Unteren Graben bzw. dem spätmittelalterlichen Stadtmauerring entlang des Oberen Grabens im Norden.

Charakteristisch für das Sanierungsgebiet L ist eine Nutzungsmischung in einer kleinteiligen Struktur (Geschäftsräume im Erdgeschoss, Dienstleistung und Wohnen in den Obergeschossen). Diese Mischung trägt zur Belebung des Stadtquartiers bei und soll in Zukunft gestärkt werden.

Sanierungsgebiet M - Bei der Schleifmühle/Griesbadgasse

Das Sanierungsgebiet M bildet den westlichen bis südwestlichen Abschluss der Altstadt zwischen der Schäffbräustraße und der historischen Stadtmauer. Der ehemalige Stadtbach, die Schutter, durchfloss bis circa 1973 das Quartier. Bis heute haben sich in dem Gebiet nicht störende Betriebe, Handel und Dienstleistung neben der Wohnnutzung erhalten.

Sanierungsgebiet N - Bereich zwischen Theresien- und Kupferstraße

Das Sanierungsgebiet wird im Westen von der Konviktstraße, im Norden von der Kupferstraße, im Osten von der Straße Am Stein und im Süden von der Theresienstraße umschlossen. Letztere ist in der heutigen Struktur noch als Marktstraße städtebaulich nachvollziehbar. Das Sanierungsgebiet lässt seine historischen Strukturen aus der Gründungszeit teilweise noch erkennen. Die repräsentativen historischen Gebäude sind zur Theresienstraße gewandt, die Nebengebäude zur Kupferstraße. Die Erweiterung des Sanierungsgebietes B umfasst den Münsterplatz.

Sanierungsgebiet O - Münzbergstraße

Das Sanierungsgebiet O „Münzbergstraße“ liegt im südwestlichen Altstadtbereich zwischen Donau- und Bauhofstraße bzw. Egelseestraße. Mit Ausnahme des Bereiches an der Donaustraße überwiegt die Wohnnutzung, Handwerksbetriebe finden sich kaum noch. Im Sanierungsgebiet ist ein hoher Gebäudeleerstand festzustellen.

Sanierungsgebiet P - ehemaliges Gießereigelände

Das Sanierungsgebiet „P“ befindet sich östlich der Altstadt auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Firma Schubert & Salzer. Durch die Nähe zur Altstadt, zur Donau und zu wichtigen Verkehrsachsen ist das Gelände von besonderer Bedeutung für die weitere Stadtentwicklung. Ziel ist die Neuordnung des Bereichs unter Einbeziehung der historischen Bestandsgebäude sowie die Schaffung einer engen Verknüpfung zur Altstadt und dem Glacis.

Sanierungsgebiet R - Bereich Rathausplatz mit Umfeld

Das Sanierungsgebiet R reicht von der Hieronymusgasse bis zur Schutterstraße und umfasst westlich des Neuen Rathauses den Rathausplatz und östlich davon den Viktualienmarkt (einschließlich Mauthstraße). Neben den Gebäuden für die Stadtverwaltung bestimmen Geldinstitute die Nutzung in diesem Bereich. Besonders wichtig in diesem Bereich ist die Gestaltung des Rathausplatzes und des Viktualienmarktes.

Inzwischen wurde das Sanierungsgebiet um das Quartier zwischen Donau-, Tränktor- und Schutterstraße erweitert. Charakteristisch ist eine noch funktionierende Nutzungsmischung mit kleinteiliger Struktur (Gastronomie und Einzelhandel im Erdgeschoss sowie Wohnen/Büros und Praxen in den Obergeschossen). Diese vertikale Mischung trägt zur Belebung des Stadtquartiers bei und soll auch in Zukunft erhalten bzw. gestärkt werden.

Sanierungsgebiet S - ehemaliges Krankenhausareal

Das im nordöstlichen Altstadtbereich gelegene Sanierungsgebiet wird im Norden von der Sebastianstraße, im Osten vom Unteren Graben, im Süden von der Beckerstraße und im Westen von der Proviantstraße umschlossen. Das Sanierungsgebiet ist als Wohn- und Geschäfts-/Dienstleistungsstandort von Bedeutung. Diese Mischung trägt zur Belebung des Quartiers bei und soll in Zukunft gestärkt werden, insbesondere durch Umnutzungen und Neubauten im Bereich des ehemaligen Krankenhausareals.

Sanierungsgebiet T - Bereich beiderseits der Ludwigstraße

Im zentralen Altstadtbereich gelegen ist das Sanierungsgebiet als Geschäfts- und Dienstleistungsstandort, aber auch als touristischer Anziehungspunkt und nicht zuletzt als Wohnstandort von Bedeutung. Ziel der Sanierung ist es, diese Funktionsmischung zu erhalten und zu stärken sowie eine Aufwertung und Vernetzung der öffentlichen Räume zu erreichen.

Sanierungsgebiete außerhalb der Altstadt

Sanierungsgebiet Augustinviertel – Soziale Stadt

Das Sanierungsgebiet liegt zwischen dem Pommernweg im Norden und der Sambergerstraße im Süden. Im Westen wird es begrenzt durch die Bahnlinie München – Treuchtlingen und im Osten durch die Pettenkoferstraße.

Sanierungsziele sind die Stärkung der Stadtteilstruktur, Schaffung und Aufwertung von Gemeinbedarfseinrichtungen (Stadtteiltreff), die grundlegende Aufwertung des Wohnumfeldes und öffentlicher Räume. Darüber hinaus ist der Aufbau einer sozialen Infrastruktur Sanierungsziel. Dies dient der Stabilisierung, Stützung und Förderung von Integration, Bildung, nachbarschaftlichem und interkulturellem Zusammenleben sowie der gesellschaftlichen Teilhabe und Identität.

Sanierungsgebiet Konradviertel – Soziale Stadt

Das Sanierungsgebiet reicht vom Donauufer bis zur Bahnlinie Ingolstadt Nord – Inter Park. Im Westen wird es begrenzt durch die Lessing- und Ganghoferstraße. Im Osten endet es entlang der Römer-, Gutenberg- und Kurt-Huber-Straße.

Sanierungsziele sind die Aufwertung des öffentlichen Raumes, die Schaffung eines Stadtteilzentrums/-büros und die Verbesserung von öffentlichen Freiflächen und Freizeiteinrichtungen. Ein weiteres Handlungsfeld sind die nicht-investiven Maßnahmen in den Bereichen Soziales, Bildung und Integration.

Sanierungsgebiet Piusviertel – Soziale Stadt

Das Sanierungsgebiet wird im Norden durch die Waldeysen- und die Furtwänglerstraße einschließlich des Spielparks Nordwest begrenzt. Im Süden bildet die Richard-Wagner-Straße die Grenze einschließlich des Bereiches um die Richard-Strauß-Straße und die Permoserstraße. Die Grenze im Westen bildet die Hans-Stuck-Straße und im Osten die Ettinger Straße sowie ab der Lachnerstraße die Leharstraße.

Sanierungsziele sind Verbesserungen im Wohnungsbau (Gebäudesanierungen) und im Wohnumfeld. Ein weiteres Ziel ist der Erhalt und der Ausbau von Versorgungs- und Gemeinbedarfseinrichtungen sowie Verbesserungen im öffentlichen Raum. Insbesondere die Verbindung zum Gelände der Landesgartenschau soll hergestellt werden. Neben den baulichen und städtebaulichen Themen soll sozialen und wirtschaftlichen Abwärtsentwicklungen entgegengewirkt werden, die Lebenssituation der Menschen im Quartier verbessert und bürgerschaftliche Potentiale aktiviert werden.

Sanierungsgebiet Brucknerstraße (Komponistenviertel)

Das Sanierungsgebiet befindet sich nördlich der Hindenburgstraße im Bereich zwischen Ettinger- und Ringlerstraße. Die nördliche Grenze bilden die Grundstücke Ewald-Kluge-Straße 2 – 4 und Ettinger Straße 28.

Sanierungsziele sind die Schaffung von siedlungseigenen Infrastruktureinrichtungen, die Sanierung der Bausubstanz, die Verbesserung der Wohnungsqualität, der Parkplatzsituation und des Wohnumfeldes sowie die Schaffung von Wohnraum.

Sanierungsgebiet Prinzenviertel

Das Sanierungsgebiet wird im Westen durch die Münchener Straße, im Norden durch die Bahnhofstraße, im Süden durch die Fauststraße und im Osten durch die Bundesbahnerschließungsstraße (verlängerte Bahnhofstraße) begrenzt.

Sanierungsziele sind die Verbesserung der Gesamtstruktur des Stadtteils, der Wohnungsbedingungen, des Wohnumfeldes, die Neuordnung des ruhenden Verkehrs und die Verbesserung der vorhandenen öffentlichen und privaten Freiflächen.

Sanierungsgebiet Schlachthof

Das Sanierungsgebiet umfasst den ehemaligen Schlachthof und wird im Norden durch die Regensburger Straße, im Süden durch die Kelheimer Straße, im Westen durch die Bahntrasse Ingolstadt – Nürnberg und im Osten durch die Schillerstraße begrenzt.

Sanierungsziel ist die Umnutzung des ehemaligen Schlachthofgeländes, die Verbesserung der unzureichenden Freiflächengestaltung, die Einbeziehung der ehemaligen Verwaltungsgebäude und des Uhrenturmes in die Neuplanung.

Finanzierung und Förderung von Sanierungsvorhaben

Die Kosten der städtebaulichen Erneuerung tragen in erster Linie die Kommune und die Eigentümer der Sanierungsvorhaben. Sie können, um die oft kostspieligen Maßnahmen durchzuführen, Städtebauförderungsmittel erhalten. Die einzelnen Sanierungsvorhaben werden von der Stadt ausgewählt und der Regierung von Oberbayern zur Bewilligung vorgelegt.

Finanzierung privater Bauvorhaben

Der Eigentümer kann bei der Stadt Ingolstadt für die Kosten, die er nicht finanzieren kann, Unterstützung aus der Städtebauförderung erhalten. Voraussetzung ist, dass das private Bauvorhaben in einem Sanierungsgebiet liegt, der Behebung städtebaulicher Missstände dient und alle anderen Fördermöglichkeiten ausgeschöpft sind. Die Stadt bekommt die staatlichen Finanzhilfen für die Städtebauförderung und legt ihren Anteil dazu.

Weiter gelten folgende Fördergrundsätze:

  • Die Stadt stellt in ihrem Haushalt ihren Mitleistungsanteil für die Städtebauförderung bereit.
  • Mit der Maßnahme wurde noch nicht begonnen.
  • Für die Einzelmaßnahme sind die beantragten Fördermittel bewilligt.

Der Eigentümer erhält die Fördermittel, wenn er mit der Stadt einen sogenannten Modernisierungs- bzw. Überlassungsvertrag abgeschlossen hat und die Baugenehmigung sowie die Gesamtfinanzierung gesichert sind. Als Anreiz gibt es für Private in den Sanierungsgebieten auch steuerliche Vergünstigungen.

Weitere Informationen zur Städtebauförderung in Bayern erhalten Sie bei der Obersten Baubehörde im Staatsministerium des Innern >> www.stmi.bayern.de