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Donauraum

BLUE GREEN CITY - blaue und grüne Infrastruktur für ein nachhaltiges und klimaangepasstes Ingolstadt

Hinter dem Begriff blaue und grüne Infrastruktur steckt der Gedanke, dass Ökosysteme und ihre Leistungen – etwa intakte Auen oder städtische Grünflächen – ebenso wie „graue“, also technische Infrastruktur – für eine nachhaltige Entwicklung unverzichtbar sind. Grüne und blaue Infrastruktur trägt zum menschlichen Wohlergehen z.B. durch Klimaregulation, Erholung und Erleben von Natur und Landschaft und zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei.

Die Stadt Ingolstadt beteiligt sich am europäischen Projekt „Blaue und grüne Infrastruktur für nachhaltige Städte“, kurz „Blue Green City“. Im Rahmen des europäischen Kooperationsprogramms INTERREG EUROPE begeben sich sieben europäische Regionen in einen intensiven Austausch und Lernprozess. Gemeinsames Ziel ist, grüne und blaue Infrastrukturen als integralen Bestandteil einer lokalen oder regionalen Strategie zu fördern.

Die Partnerschaft besteht aus folgenden Institutionen:

Metropolis Nice Cote d´Azur (Frankreich)
University of Greenwich (Großbritannien)
Region Piemont (Italien)
Southern Regional Assembly (Irland)
Bukarest Ilvof Regional Development Agency (Rumänien)
Stadt Ingolstadt
Rijeka Development Agency Ltd. (Kroatien)
Stadt Växjö (Schweden)

Das Projekt hat eine gesamte Laufzeit von drei Jahren, vom 01. August 2019 bis zum 31. Juli 2022.
Das Gesamtvolumen beträgt 1.348.909 Euro. Auf die Stadt Ingolstadt entfallen dabei 160.240 Euro. Die Förderung beträgt 136.204 Euro, der städtische Eigenanteil 24.036 Euro

Ingolstadt beteiligt sich mit dem Konzept Stadtpark Donau, das für die Stadtentwicklung und die notwendige Anpassung an den Klimawandel einer der wichtigsten blau-grünen Bausteine ist. Entlang der innerstädtischen Donau sollen Maßnahmen entwickelt werden, die sowohl zur Steigerung der Aufenthaltsqualität als auch zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen.

Blue Green City möchte durch Projektveranstaltungen wie Workshops und Schulungen das Bewusstsein und das Wissen über das Konzept der Ökosystemleistungen und den Wert der grünen und blauen Infrastruktur erhöhen. Dies wird durch einen Prozess des interregionalen Lernens und der Zusammenarbeit bei der Suche nach gemeinsamen Lösungen für die gemeinsamen Herausforderungen des Klimawandels, durch Erfahrungsaustausch und den Austausch guter Beispiele erreicht. Blue Green City setzt damit die EU-Strategie für eine grüne Infrastruktur und die EU-Strategie für die biologische Vielfalt um, die auf eine funktionale ökologische Verbindung zwischen Städten, ihrem Umland und Schutzgebieten abzielen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektwebsite:https://www.interregeurope.eu/bluegreencity/

Dynamisierung der Donauauen

Warum wurden die Donauauen dynamisiert?

Der Donau-Auwald zwischen Neuburg und Ingolstadt ist mit 2100 ha einer der größten noch vorhandenen Auwälder in ganz Deutschland. Durch die Begradigung der Donau und den Bau der Staustufen Bergheim und Ingolstadt ging die natürliche Dynamik im Auwald verloren. Überflutungen fanden nur noch bei größeren Hochwasserereignissen statt und die ursprünglich vorhandenen meterhohen Grundwasserschwankungen bewegten sich nur mehr im Dezimeterbereich. Außerdem war die biologische Durchgängigkeit der Donau für Wasserlebewesen durch die Staustufen nicht mehr gegeben.

Um wenigstens in Teilbereichen wieder „natürliche“ Auenbereiche zu schaffen, die Verzahnung des Flusses mit der Aue zu verbessern (Quervernetzung) und die biologische Durchgängigkeit der Donau wieder herzustellen, wurde dieses Projekt „Dynamisierung der Donauauen“ ins Leben gerufen.

Es besteht aus drei Teilen:

  1. Umgehungsgewässer
  2. Ökologische Flutungen
  3. Niedrigwassermanagement

 

1. Umgehungsgewässer

In den rechten Stauhaltungsdamm der Staustufe Bergheim wurde ein Ausleitungsbauwerk mit Fischaufstieg für eine Wassermenge von max. 5 m3/s integriert. Es leitet Donauwasser in ein zum Teil neu zu errichtendes Gewässer. Dieses fließt durch den angrenzenden Auwald, überquert mittels einer Trogbrücke den Längenmühlbach und schließt an den Zeller Kanal an, der in die Donau mündet. Zusätzlich wurden neue Anbindungen an die Donau und den Längenmühlbach realisiert. Dadurch wird die biologische Durchgängigkeit an der Staustufe Bergheim wieder hergestellt, die Donau besser mit dem Auwald vernetzt und ein neuer, acht Kilometer langer Fließgewässerlebensraum, als Ausgleich für den verlorenen Fließcharakter in den Stauhaltungen an der Donau, geschaffen.

2. Ökologische Flutungen

Westlich der Staustufe Bergheim wurde ein bestehendes Streichwehr im Stauhaltungsdamm so umgebaut, dass bereits bei kleineren Hochwassern über 100 ha Auwald geflutet werden können. Über dieses Ausleitungsbauwerk können ab einer Wassermenge von 600 m3/s in der Donau bis zu 25 m3/s in die Aue abgeschlagen werden. Diese fließen zuerst im Längenmühlbach ab und werden mit Hilfe eines Drosselbauwerks in den Auwald geleitet. Über insgesamt drei Stellen fließt das Wasser schließlich wieder in die Donau zurück. Durch diese ökologischen Flutungen wird eine naturnahe Dynamik im Bereich des Umgehungsgewässers erzeugt. Da im gefluteten Bereich auch die forstliche Nutzung eingestellt wurde, kann sich wieder ein natürlicher Auwald mit der typischen Pflanzen- und Tierwelt entwickeln.

3. Niedrigwassermanagement  

Im Bereich der aufgestauten Donau oberhalb der Staustufe Ingolstadt steht das Grundwasser hoch an. Um die ursprünglich vorhandenen natürlichen Grundwasserschwankungen nachzubilden, sollte hier in Trockenzeiten der Grundwasserspiegel abgesenkt werden. Dazu wurde der Zeller Kanal im östlichen Bereich über ein neues ca. 1,5 Kilometer langes Verbindungsgewässer, das in einem bereits existierenden Grabensystem verlaufen soll, an den bestehenden rechten Entwässerungsgraben der Staustufe Ingolstadts angebunden. Zur Steuerung wurden mehrere Absperrbauwerke im Zeller Kanal und ein neues Sielbauwerk im Stauhaltungsdamm errichtet.

DANUBEPARKS

Netzwerk der Donau Schutzgebiete

Die Natur der Donau braucht heute eine gemeinsame Stimme in Europa. Das Netzwerk der Donau-Schutzgebiete will diese Stimme sein. Es baut auf bestehende Kooperation auf und schafft neue Rahmenbedingungen für eine kontinuierliche und intensive Zusammenarbeit zwischen den großen Naturschutzgebieten an der Donau und ihrer wichtigsten Nebenflüsse. Die donauweite Zusammenarbeit stärkt jedes einzelne Schutzgebiet bei der Erfüllung seiner Aufgaben.

DANUBEPARKS ist die gemeinsame Plattform:

  • Zur Förderung des Erfahrungsaustausches und Wissenstransfers zwischen den Donau Schutzgebieten
  • Zur Entwicklung und Erarbeitung gemeinsamer transnationaler Strategien und Konzepte und
  • Zur Umsetzung grenzübergreifender und transnationaler Revitalisierungs- und Schutzprojekte

Weiterführende Informationen unter www.danubeparks.org.

DANUBEparksCONNECTED

DANUBEparksCONNECTED stellt die Schutzgebiete (Nationalparks, Naturparks, Biosphärenreservate) in den Mittelpunkt bei der Bemühung, einen transnationalen ökologischen Verbund entlang der Donau aufzubauen und zu stärken. Gemeinsam mit Partnern aus allen Donauländern und verschiedensten Sektoren (z. B. Energiesektor, Schifffahrt, Forstverwaltungen) setzt DANUBEparksCONNECTED konkrete Maßnahmen im Wasser (Schutz der letzten „wilden“ Donauinseln), an Land (Verbund der Trockenlebensräumen, Korridor Auwald) und in der Luft (Vermeidung der Vogelkollisionen an donauquerenden Hochspannungsleitungen).

Die Donau verbindet mehr bio-geografische Regionen als jeder andere Lebensraumkorridor in Europa, daher ist ein transnationaler Ansatz zur Sicherung der Lebensraumkonnektivität besonders wichtig. Im Rahmen von DANUBEparksCONNECTED arbeiten Partner aus 11 Donauländern unterschiedlichster Ebenen (Ministerien, Behörden, Städte und Gemeinden, Schutzgebietsverwaltungen, Nichtregierungsorganisationen) zusammen, um die Donau als Lebensraumkorridor zu sichern.

Das Projekt DANUBEparksCONNECTED läuft von 1.1.2017 bis 30.6.2019 und wird von der Europäischen Union durch das Danube Transnational Programme gefördert.

Mehr Informationen zu DANUBEparksCONNECTED finden Sie >> hier.