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Kavalier Dalwigk - eine Brücke zum digitalen Zeitalter

Sanierung und Erstellung eines Neubaus

Der Kavalier Dalwigk, der bereits die Transformation von der militärischen zur industriellen Nutzung verkörpert, wird jetzt als wichtiger Baustein die Brücke in das digitale Zeitalter schlagen. Dafür werden einerseits durch die Sanierung des Denkmals, andererseits durch einen Neubau Flächen geschaffen.

Für das Digitale Gründerzentrum brigk entstehen im Bestandsgebäude mit einer Bruttogrundfläche von 2.400 Quadratmetern Flächen für Co-Working, Verwaltung und ein Veranstaltungsraum, der gleichzeitig als digitaler Präsentationsraum dient.

Grundsätzlich soll auch nach der Sanierung die gesamte Geschichte des Bauwerkes ablesbar bleiben. Dies bedeutet, die Wunden und Fehlstellen am Gebäude sind weiterhin sichtbar und verleihen ihm ein einzigartiges, markantes Aussehen. Schon allein dadurch wird der Kavalier Dalwigk weiterhin als Mittelpunkt des Ensembles wahrgenommen.

Auch für die Natur sind die aktuellen Planungen ein Gewinn. Es wird östlich des Neubaus Bepflanzungen und eine kleine Grünanlage mit Durchgang zu den Gebäuden geben. So wird das Glacis erstmalig in der Geschichte Ingolstadts lückenlos geschlossen.

Der aktuelle Terminplan sieht vor, im Juni 2019 mit der Sanierung des Kavalier Dalwigks und spätestens im September 2019 mit den Rohbauarbeiten für den Neubau zu beginnen.

Wie sieht die Planung im Detail aus?

Die Terrasse des Kavaliers wird durch einen Treppenneubau und einen Aufzug barrierefrei erschlossen und bildet einen neuen öffentlichen Platz für die Stadtbevölkerung. Das Trafogebäude auf der Terrasse wird entkernt, hier entsteht ein Veranstaltungsraum, der gleichzeitig als digitaler Präsentationsraum genutzt werden kann. Die Plattform oben auf dem Wasserturm wird der Öffentlichkeit als Aussichtsplattform zur Verfügung stehen.

Ein acht Etagen hoher Turm, der südliche Neubaukörper, wird auf dem Sockelgeschoss errichtet. Dieses verbindet den Kavalier Dalwigk und die Schlosslände und führt die vom Kongresshotel kommenden Donauterrassen fort. Über eine attraktive Treppenanlage wird dieser Bereich mit der Schlosslände verbunden.

Der südlichste Teil des Sockelgeschosses wird unterkellert, um Flächen für Haustechnik, Anschlussleitungen etc. zu gewinnen. Zusätzlich werden im südöstlichen Teil notwendige Anlieferzonen geschaffen und Räume für Ver- und Entsorgung im Gebäude geplant.
Die obersten zwei Stockwerke des Neubaus beherbergen die Gastronomie, die in 23 Meter Höhe einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt mit Klenzepark und Gießereigelände ermöglicht. In den sechs Geschossen darunter finden Büroflächen Platz, deren Nutzer das Digitale Gründerzentrum brigk, das Fraunhofer Institut und ein Schülerforschungszentrum sein werden.

Der an den Hochpunkt anschließende neue Langkörper ist in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Auf insgesamt 2.000 Quadratmetern bietet er im Erdgeschoss und in den zwei Stockwerken darüber Platz für Seminarräume für die Entwicklung der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) und Büroräume. Die dritte Etage ist für Büroflächen für Gründer und andere Nutzer vorgesehen und wie alle anderen Bereiche für eine flexible Nutzung konzipiert. Eine Umnutzung von Seminar- zu Büroräumen mit vertretbarem Aufwand ist jederzeit möglich. Das Flachdach ist technisch so ausgelegt, dass zu einem späteren Zeitpunkt Veränderungen vorgenommen werden können. Eine Nutzung im Rahmen der Gastronomie als Loungebereich zum Entspannen oder eine Erweiterung mit Aufbauten für Veranstaltungen ist möglich.

Die Entscheidung für die Fassadengestaltung des neuen Gebäudes erfolgte am 22.10.2018 in einer gemeinsamen Sitzung des Planungs- und Finanzausschuss und des Aufsichtsrates der INKoBau GmbH & Co. KG und letztendlich im Rahmen der Projektgenehmigung in der Stadtratssitzung vom 25.10.2018. Der Gestaltungsbeirat hatte sich im Vorfeld für eine von vier Fassadenvarianten ausgesprochen.

Die Fassade besteht aus plastisch geformten Elementen aus Hochleistungsbeton mit einem hoirizontalen Rippenabstand von 90 Zentimeter, die eine große Flexibilität im Inneren und ein ansprechendes, proportionales Bild nach außen gewährleistet. Die Tragstruktur befindet sich in der Gebäudestruktur, eine flexible Nutzung der Flächen ist möglich. Die Aussparungen in der Fassade werden genutzt, um das Gesamtbild aufzulockern, ergänzt um nach innen gerichtete Balkone, die die Innenräume attraktiver machen.

Dem kraftvollen, massiven Kavalier Dalwigk wird mit dem Neubau ein Gebäude mit einer subtilen und transparenteren Fassade gegenübergestellt, damit beide Gebäude in einen Dialog treten. Es ist den Planern wichtig, ein interessantes Zusammenspiel von Schatten und Transparenz sowie von Leichtigkeit und Schwere zu definieren. Das neue Gebäude engagiert sich in seiner urbanen Umgebung und bildet zugleich einen harmonischen Abschluss der Altstadt hin zum Glacis und zur Donau.


  • Bürgerbeteiligung zur Sanierung/Anbau Kavalier Dalwigk © Stadt Ingolstadt / Roessle
  • Bürgerbeteiligung zur Sanierung/Anbau Kavalier Dalwigk © Stadt Ingolstadt / Roessle
  • Bürgerbeteiligung zur Sanierung/Anbau Kavalier Dalwigk © Stadt Ingolstadt / Roessle
  • Bürgerbeteiligung zur Sanierung/Anbau Kavalier Dalwigk © Stadt Ingolstadt / Roessle
  • Bürgerbeteiligung zur Sanierung/Anbau Kavalier Dalwigk © Stadt Ingolstadt / Roessle
  • Digitales Gründerzentrum und Kavalier Dalwigk © Falk von Tettenborn / Gina Architects Barcelona
  • Kavalier Dalwigk Anbau © ARGE Falk v. Tettenborn / Gina Barcelona Arch
  • Kavalier Dalwigk und Digitales Gründerzentrum © Falk von Tettenborn / Gina Architects Barcelona