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Grünanlagen & Parks

Seit über 100 Jahren betreut das Gartenamt die öffentlichen Grünflächen der Stadt und leistet seinen speziellen Beitrag zum Leben und Lebensgefühl in Ingolstadt. Die Grünflächen prägen das Stadtbild und tragen zum Wohlbefinden der Einwohner bei.

Eingebettet in den Naturraum der Donau reichen die Grünflächen heute vom historisch begründeten Kleinod über natürliche Wald- und Wiesenareale mit heimischem Pflanzenbestand bis hin zu intensiv genutzten und blumengeschmückten Parkflächen mit, zum Teil, exotischen Gehölzen aller Kontinente.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt liegt neben der Neuanlage von Freizeit- und Erholungsflächen auch in der Verschönerung und Sanierung – stets in Zusammenarbeit mit anderen Ämtern und unter Berücksichtigung aktueller Bürgerwünsche, die regelmäßig durch die Bezirksausschüsse und Vereine geäußert werden.
Beinahe jedem Ingolstädter dürfte der Leo-von-Klenze-Park ein Begriff sein. Doch ein Blick auf das Stadtgebiet zeigt, Ingolstadt hat weit mehr Grünflächen als diese eine zu bieten. Die Parkanlagen ermöglichen den Bürgerinnen und Bürgern zahlreiche, gut erreichbare Naherholungsmöglichkeiten. Im Folgenden haben wir Informatives und Interessantes zu den verschiedenen Anlagen zusammengetragen:

Arzneipflanzengarten am Deutschen Medizinhistorischen Museum

Der rund 2.000 m² große Garten bildet eine Oase inmitten der Altstadt, einen Raum im Freien. Er befindet sich unmittelbar hinter dem Deutschen Medizinhistorischen Museum, am gleichen Platz wie der einstige botanische Garten der Universität Ingolstadt. Rund 250 Pflanzen sind hier nach ihren Wirkstoffen geordnet. Die Auswahl orientiert sich an der historischen und der aktuellen Bedeutung der Pflanzen für die Medizin.

Duft- und Tastgarten

An den Arzneipflanzengarten schließt sich ein separater Duft- und Tastgarten an, der zur Landesgartenschau 1992 angelegt wurde. Hier ist eine Auswahl der im Hauptgarten gezeigten Gewächse in Hochbeeten angepflanzt, sodass es auch Rollstuhlfahrern möglich ist, sich an der Struktur und dem Geruch der Arzneipflanzen zu erfreuen. Die Beete tragen auch Schilder in Brailleschrift.

Der Klenzepark

Mit dem Klenzepark, dem Gelände der Landesgartenschau 1992, bietet die Stadt ihren Bewohnern und Besuchern einen gärtnerisch intensiv gepflegten Bürgerpark am Südufer der Donau. Der Park ist ein wichtiger Baustein im Grünen Ring um Ingolstadt, der als Teil der Landesfestung im 19. Jahrhundert entstand und heute insgesamt als Festungsring Glacis bezeichnet wird.

Vor 1990 lag das Areal des heutigen Parks brach oder wurde als Industrie- und Lagerfläche genutzt. Der Freiraum und die erhaltenen historischen Festungsbauten am Südufer der Donau gegenüber der Altstadt konnten im Zuge der Landesgartenschau 1992 für den Grünen Ring freigestellt und zurückgewonnen werden.

Der Entwurf für die Parkanlage der Landesgartenschau 1992 stammt von Florian Brand, Architekt und Peter Leitzmann, Landschaftsarchitekt. Der ehemalige Festungsbereich wurde unter dem Motto „IngolStadt-Land-Fluß“ zur Donau hin geöffnet. Ein neu gebauter Fußgängersteg ermöglicht eine direkte Verbindung vom Süden in die Altstadt.

Die im Zirkularsystem erbauten und von Leo von Klenze mitgestalteten Bauten der Landesfestung, das Reduit Tilly und der Turm Triva, sind das Kernstück der Anlage. Die Gebäude werden heute als Museums- und Ausstellungsräume genutzt. Daneben sind weitere Festungsbauten und Mauern erhalten.

Intensiv gestaltete Teilflächen laden zum Flanieren und Verweilen ein:

  • Nördlich der Donau entstand eine breite Uferpromenade, die gänzlich den Fußgängern vorbehalten ist.
  • Über einen ebenfalls für Fußgänger und Radfahrer reservierten Steg sind der Park und die Altstadt optimal verbunden.
  • Im Bereich einer Uferbühne finden Feste, Konzerte und Freilichtaufführungen am Donauufer statt.
  • Ein abenteuerlicher „Regenbogenspielplatz“, der den Eindruck erweckt, als wäre man mit einem Schiff am Ufer einer unbekannten Insel gestrandet, ist die Attraktion für junge und jugendliche Besucher.
  • Vor den historischen Klenzebauten lädt die großartige Tillywiese zum Sonnen und Picknicken ein. Ein künstlicher Wasserlauf, der in Wasserkaskaden bei der Uferbühne in die Donau mündet, flankiert die Wiese.
  • Ein Rosengarten innerhalb alter Ziegelmauern ist nicht nur eine Augenweide sondern Höhepunkt für alle Sinne.
  • Im Bereich alter Wallanlagen finden sich wertvolle Biotopflächen für seltene Pflanzen- und Tierarten.

Über 100.000 Nutzer finden sich im Sommer monatlich im etwa 20 Hektar großen Klenzepark ein, die Hälfte davon sind Besucher im eigentlichen Sinne. „Klenze gehen“ hat sich vor allem bei der jüngeren Bevölkerungsschicht zu einem feststehendem Begriff entwickelt. 75 Prozent der Parkbesucher kommen aus Ingolstadt und Umland. Das restliche Viertel sucht den Park gezielt aus einem weiter entfernten Einzugsbereich auf.

Der Luitpoldpark im südlichen Glacis

Als erster planmäßig angelegter Bürgerpark in Ingolstadt entstand der Luitpoldpark um die Jahrhundertwende. Im Auftrag des damaligen Verschönerungsvereines entwarf 1905 der Ingolstädter Künstler und Architekt Wilhelm Donaubauer den Park. Der Name „Prinzregent Luitpold Park“ tauchte erstmals in der Ingolstädter Zeitung im Jahre 1911 auf.

Der Park wurde im Bereich der ehemaligen Landesfestung um den so genannten „Roten Turm“ angelegt. Diese Gebäude, eine der schönsten Bauten der Festung des 19. Jahrhunderts, war Teil der Fronte Gumppenberg und wurde nach dem 2. Weltkrieg abgebrochen. Im Luitpoldpark befanden sich Anfang des 20. Jahrhunderts ein Parkcafé und ein Gartenpavillon, an dem jeden Sonntag Standkonzerte stattfanden. Beide Gebäude gingen durch Luftangriffe im 2. Weltkrieg verloren.

In den letzten hundert Jahren konnte sich der Park weitgehend ungestört entwickeln. Deshalb dominieren mächtige Baumriesen und Alleen den Luitpoldpark.

Ein einschneidender Eingriff in den Park war der Bau der 3. Donaubrücke, die 1998 für den öffentlichen Verkehr freigegeben wurde. Die Brücke durchschneidet den Luitpoldpark an der früheren zentralen Parkachse beim ehemaligen Kriegerdenkmal in zwei Teile.

Um den Eingriff in den Park zu kompensieren wurden Ausgleichsmaßnahmen zur Aufwertung der verbliebenen Parkflächen umgesetzt:

  • Schaffung eines „Farntals“ als besonders vegetatives Element
  • Neugestaltung eines Kriegs- und Opferdenkmalplatzes
  • Verbindung der zerschnittenen Parkteile über eine Grünbrücke

Im Luitpoldpark befinden sich Spielangebote für unterschiedliche Altersgruppen. Die bewegte Geländesituation bietet im Winter eine altstadtnahe attraktive Rodelmöglichkeit.

Der Künettegraben im westlichen Glacis

Im Glacis am Künettegraben findet man an den Festungsanlagen eine abwechslungsreiche Parklandschaft mit dichtem Baumbestand. Zahlreiche Wege und Bänke laden zum Spazierengehen beziehungsweise zum Entspannen ein.

Des Weiteren befinden sich in diesem Glacisbereich ein attraktiver Kinderspielplatz unter altem Baumbestand und eine Reihe abstrakter Kunstwerke, die in einem auffälligen Kontrast zur grünen Kulisse stehen. Inmitten attraktiver Staudenanlagen liegt direkt am Ufer ein Café in den alten Festungsbauten. Von hier aus bietet sich ein einmaliger Blick auf die Altstadt Ingolstadts mit dem alles überragenden Münster. Vor allem aber kann man hier eine Vielfalt von Wasservögeln beobachten: Von Stock-, Mandarin-, Braut- und Kolbenenten über Nonnen-, Kanada-, Haus- und Nilgänse bis zum Gänsesäger, einem häufigen Wintergast aus Skandinavien.

Der Hetschenweiher im Glacis

Der Glacisbereich am Hetschenweiher zeichnet sich durch ruhige Spazierwege mit schönen Ausblicken auf die Altstadt und die historischen Festungsbauten und durch zahlreiche Spielmöglichkeiten für alle Altersgruppen aus. Am Hetschenweiher selbst können Wasservögel beobachtet werden, im Winter nutzen zahlreiche Parkbesucher den Weiher als kleine Eislauffläche.

 

Stadtteilpark "Am Augraben" in Unterhaunstadt


Der Ingolstädter Stadtrat beschloss im Jahr 1995, eines der wichtigsten Bachtäler im nördlichen Stadtgebiet, den Augraben, großräumig zu renaturieren. In Frage kam der Abschnitt zwischen der Beilngrieser Straße und dem Unterhaunstädter Weg. Mitsamt den angrenzenden, zum großen Teil intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen, wurde unter direkter Einbeziehung des Augrabens eine auwaldartige Parklandschaft, auch unter dem Aspekt der Naherholung, gestaltet. Unter Berücksichtigung dieser Planungsvorgaben wurde vom Gartenamt ein entsprechendes Planungskonzept erarbeitet.

Neben eingegrünten Spazierwegen und Joggingstrecken finden sich verschiedenste weitere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, insbesondere für Kinder und Jugendliche: Ein Bolzplatz, eine Korbballfläche, eine Seilbahn, eine Skate-Anlage, mehrere Kinderspielplätze, ein kleiner Klettergarten sowie ein Bewegungsparcours mit Barfußpfad.

Im Zentralbereich, dem Kreuzungspunkt der beiden Hauptwegeachsen im Park in Fortsetzung des Peter-und Paul-Weges, wurde eine große Obstwiese gestaltet. Der Obstertrag steht allen Parkbesuchern zur Verfügung. Die Flächen zwischen der vorhandenen Erdölpipeline und dem südlich gelegenen Augraben eignen sich nicht für eine intensive Bepflanzung und dienen deshalb hauptsächlich als Pufferstreifen für das angrenzende Gewässer. Sie werden extensiv und naturnah gepflegt.

In einer zweiten Ausbaustufe sollen zum einen die südlich und westlich des Wasserwerks angrenzenden, landwirtschaftlich genutzten Flächen in den Park miteinbezogen werden. Der in diesem Bereich von den Stadtwerken geplante erdbedeckte Trinkwasserbehälter mit einer Höhe von bis zu vier Metern könnte im Winter zugleich als Rodelhügel genutzt werden. Zum anderen sollen die Flächen westlich des bisher ausgebauten Parkabschnitts bis zur Beilngrieser Straße hin gestaltet werden.

Auch die im Rahmen einer Luftbilderkundung festgestellten archäologischen Funde im Umfeld des Augrabens, wie zum Beispiel der Fund einer jungsteinzeitlichen Befestigungsanlage, sollen in Zukuft in das Parkkonzept miteinbezogen werden. Somit stünde für den Heimatkundeunterricht wertvolles Anschauungsmaterial zur Verfügung.

Schließlich ist vorgesehen, die beiden Teile des Parks mit einem Holzsteg über den Augraben zu verbinden. Fortgesetzt werden kann der Ausbau des Stadtteilparks allerdings erst dann, wenn es der Stadt Ingolstadt möglich geworden ist, die hierfür benötigten Grundstücke Zug um Zug zu erwerben.

Der Nordpark im Nordosten

Das heute als „Nordpark“ bekannte Areal im Nordosten Ingolstadts, zwischen Hebbel-, Stömmer- und Römerstraße wurde 1883 vom damaligen ‘Königlichen Hauptlaboratorium’ und nach Jahren der militärischen Nutzung von der Firma Schubert & Salzer bezogen.

Mittlerweile wuchsen allerdings in dem von Bebauung weitgehend freigehaltenen Bereich durch Anflug die verschiedensten Baum- und Straucharten heran. Die extrem dichte Bebauung ringsum, die hohe Einwohnerzahl sowie ein ausgeprägtes Gründefizit im Nordosten waren ausschlaggebend dafür, dass Ende der Achtziger Jahre vom Ingolstädter Stadtrat eine Nutzung dieses Geländes als Stadtteilpark beschlossen wurde.

Bei ersten Bestandsaufnahmen stellte sich bald heraus, dass dem zukünftigen Nordpark eine hohe stadtökologische Bedeutung zukommt. In seiner Art gehört er zu den wertvollsten und größten Biotopen im gesamten Stadtgebiet. Über 270 Bäume weisen einen Stammumfang mit mehr als 60 Zentimeter auf, 109 Bäume sind mit einem Stammumfang über 120 Zentimeter als äußerst wertvoll einzustufen. Der ideelle Wert dieses Gehölzbestandes und seine Wohlfahrtsfunktion als „Grüne Lunge“ lassen sich dabei gar nicht beziffern.

Erschlossen ist der Park durch einen Hauptweg für Fußgänger und Radfahrer von der Stömmerstraße zum Gewerbegebiet Römerstraße sowie über die Radwegbrücke Römerstraße zur Kleingartenanlage Fort Wrede.

  • Ausstattung:
    • Bolzplatz mit Streetballkorb
    • Spielplatz für Kinder von 3 bis 16 Jahren
    • Spielplatz für Jugendliche
    • Picknickplatz
    • Brotzeitplatz, Spielwiese, Jugendtreff

  • Parkbilanz:
    • Durch die Anlage des Nordparks wurde die Freiflächenbilanz für den Bereich Nordost von 2,34 öffentlicher Grünfläche pro Einwohner auf 4,66 fast verdoppelt.
    • Erhöhung des Spielflächenanteils von 1,68 auf rund 3,75 /Einwohner.
    • Weitgehende Erhaltung und qualitätsverbessernde Weiterentwicklung der vorgefundenen Biotopstruktur und des wertvollen Baumbestandes durch behutsame Pflegemaßnahmen und bestandsorientierte Planung.
    • Erschließung des Parks als wohnungsnaher Erholungsraum für alle Altersgruppen im Einklang mit den ökologischen Erfordernissen des Biotopschutzes.

Seit 2010 hat der Park zwei wesentliche Änderungen beziehungsweise Ergänzungen erfahren:

Im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ wurden im Park nahe der Hebbelstraße ein Multifunktionsspielfeld einschließlich eines zusätzlichen Streetballkorbes errichtet. Der bisher dort gelegene Kleinkinderspielplatz wurde etwas nach Westen verlegt und mit neuen Geräten verbessert.

Im Westen des Parks entstand durch Umnutzung ehemaliger Betriebsflächen der Firma Rieter im unmittelbaren Anschluss an den Park eine weitere Fläche mit 5.800 . Sie soll vor allem den künftigen Bewohnern der südlich davon entstehenden neuen Wohngebäude als Erholungsraum dienen. Ein zentraler Spielplatz mit Kletterwänden und Kombinationsspielgerät runden das Angebot im Nordpark ab.

Stadtteilpark Mailinger Aue


Schon seit langem bestand der Wunsch der Bevölkerung im Ingolstädter Ortsteil Mailing nach einem Naherholungsgebiet. Nicht zuletzt als Ausgleich für diverse Umweltbelastungen dieses Ortsteils wurde Anfang der neunziger Jahre vom Stadtrat der Entschluss gefasst, den Park ‘Mailinger Aue’ im Süden Mailings zu planen und umzusetzen.

Heute befindet sich zwischen den Straßen ‘Am Hartweg’ und ‘Am Mailinger Moos’ ein Areal mit einer Fläche von etwa 24 Hektar, das für die Erholung genutzt werden kann. Grundidee bei der Entwicklung des Stadtteilparks Mailinger Aue ist die Sicherung und Gestaltung eines abwechslungsreichen Natur- und Erholungsraumes nach dem Leitbild einer Auenlandschaft. Ausgehend vom Grünzug ‘Schindergrubäcker’ öffnet sich die ‘Mailinger Aue’ keilförmig in Richtung Süden zur Donauniederung. Fuß- und Radwege au dem Zentrum Mailing's erschließen dabei diese Erholungsflächen Stadtteilparks.

Insgesamt gliedert sich der Park in folgende Bereiche:

  • Der innere Grünzug im Baugebiet ‘Schindergrubäcker’ erfüllt vorrangig die Funktion Erholung im direkten Wohnumfeld.
  • Der eigentliche Park mit Spiel- und Sportplätzen, einem Festplatz, einer Obst- und einer Liegewiese und einer Badezone am Biendlweiher, der mit 10 Hektar Wasserfläche zu einem attraktiven Badesee aufgewertet wurde, hält Erholungsangebote für alle Altersgruppen bereit.
  • Südlich der zentralen Wiese befindet sich ein Jugend-Treffpunkt mit Beachvolleyball- und Mehrzweckspielfeld, Bolzplatz, Feuerstelle zum Grillen sowie ein Pavillon. Seit 2012 ergänzt ein Rodelhügel das Freizeitangebot, 2014 entstand entlang des Weges am Westrand der Liegewiese zudem ein Bewegungsparcours.
    Südlich und westlich des Biendlweihers liegen weiträumige, naturnahe und extensiv gepflegte Flächen. Sie werden dauerhaft in ihrem Bestand erhalten und sukzessive ergänzt..
  • Seit 2012 ergänzt ein Rodelhügel das Freizeitangebot
  • Weiträumige Flächen für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege befinden sich südlich und westlich des Biendlweihers und werden dauerhaft in ihrem Bestand erhalten und ergänzt

Als Parkplatz für Besucher des Parkes steht eine Fläche nordöstlich des Biendlweihers zur Verfügung.

Fort Haslang Park im Nordwesten

Geschichte und Konzeption 

An der Stelle des heutigen Haslang Parks befand sich einst ein Fort der Landesfestung Ingolstadt. Es war Teil eines vorgelagerten Verteidigungsringes um die Stadt, und damit eines von vielen Haupt-, Zwischen- und Feldwerken in einem Radius von zwei bis drei Kilometern um die Altstadt. Benannt war das 1872 fertiggestellte Fort nach dem bayerischen Offizier Alexander Freiherr von Haslang, der Ende des 16. Jahrhunderts als Feldherr in Diensten von Herzog Maximilian von Bayern gestanden hatte.

Rund 80 Jahre bestand an einer strategisch wichtigen kleinen Anhöhe nördlich der Schutter das Vorwerk Haslang, bis es im September 1945, inmitten abgeernteter Roggenfelder von amerikanischen Pionieren gesprengt wurde. Inzwischen ist von den meisten Vorwerken kaum noch etwas zu sehen. Dennoch stehen viele Verteidigungswerke, so auch das Fort Haslang, nach wie vor im Dienste der Stadt und ihrer Bewohner: Der ehemalige 2. Verteidigungsring wird schrittweise zu einem „grünen Ring runf um Ingolstadt“ ausgebaut. Im Westen der Stadt erstreckt sich der Grünring von der Donau über den Baggersee hin zum Fort Haslang Park. So ist es nur konsequent, dass bereits heute an einer Verlängerung des Parks nach Norden gearbeitet wird. Die früheren militärischen Notwendigkeiten ("Freies Schussfeld"), aber auch die siedlungsgeschichtlich bedeutsame Zäsur an dieser Stelle (Alt-Ingolstadt / Friedrichshofen) gaben den Ausschlag dafür, dass die zentralen Bereiche des Haslang Parks als Wiesenflächen offen gehalten werden. Zudem ergab sich so der gestalterisch höchst erwünschte Nebeneffekt der perspektivischen Parkverlängerung, der durch das bewegte Gelände noch unterstützt wird.

Eckdaten und Inhalte

Seit dem Startschuss für den Parkausbau durch den Ingolstädter Stadtrat 1994 sind über 300 Bäume und mehr als 3.000 Sträucher gepflanzt worden. Der überwiegende Teil der Gehölze steht an den Randbereichen des zwölf Hektar großen Parks. Neben einer Reminiszenz an die militärhistorischen und siedlungsgeschichtlichen Vorgaben soll so eine kulissenartige Staffelung dafür sorgen, dass etliche „grüne Räume“ mit unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten entstehen. Verwendet wurden hierfür ausschließlich standortgerechte Gehölze sowie an das hiesige Klima angepasste Obstsorten im Mittel- und Südteil. Baumplätze an ausgesuchten Punkten markieren Aufenthaltsbereiche beziehungsweise Zugänge.

Auch hinsichtlich des Spielangebotes zählt der Haslang Park mit zu den am besten ausgestatteten Spielräumen in Ingolstadt: Drei Spielnischen im Westteil, ein zentraler Spielplatz im Osten sowie je ein Bolz- und Volleyballplatz im Norden. Richtung Norden befindet sich an der Neuburger Straße seit Sommer 1998 eine mit neuesten Geräten ausgestattete Skateanlage, deren seitliche Erdwälle noch mit weiteren Geräten für Bewegungsspiele ergänzt sind. Im Zusammenhang mit dem Wasserlauf entlang der Adam-Smith-Straße entstand ein Wasserspielplatz. Verschiedene Anstaubereiche, Wasserspielgeräte und ein Matschplatz sind nur einige der dortigen Inhalte. 

"Schwarzer Weg" an der Münchener Straße

Eine der ältesten Grünanlagen Ingolstadts ist die Anlage "Schwarzer Weg", entlang der Münchener Straße deren Name heute eigentlich eine falsche Vorstellung vermittelt. Zwar bezieht sich der Begriff auf die gebrochene Kohleschlacke der Dampflokomotiven der Reichsbahn, die bis Ende der Zwanziger Jahre dort abgelagert und zum Wegebau der neuen Anlage verwendet wurde, aber schon seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1929 zählt dieser Park zu den buntesten und schönsten in ganz Ingolstadt.

 

Die Anlage erstreckt sich von der Querung der ehemaligen Neuburger Bahnlinie im Norden bis zur Kirche St. Anton im Süden. Die bereits 1927 vorhandene und heute dominierende Kastanienallee bildet dabei das blühende Rückgrat. Ergänzt wurde sie durch die Pflanzung von Birken sowie Vogelbeerbäumen. Nahe der Kirche St. Anton steht auch heute noch der Spielplatz in seiner ursprünglichen Form und der bereits damals eingebrachten Einfassung mit einer Hainbuchenhecke, allerdings mit modernen Spielgeräten. Der Bereich zur Bahn ist abgeschirmt mit einer Strauchpflanzung und etlichen, dicht an dicht stehenden Feldahornen.

1956 organisierte der damalige Gartenamtsleiter Anton Maier zur Bereicherung der Anlage eine Blumenschau, die einen solchen Anklang gefunden hat, dass sie bis heute, inzwischen zwar in reduzierter Form, aber noch immer in den gleichen Beeten, jährlich als attraktive Frühjahrs- und Sommerbepflanzung wiederholt wird. Die Attraktion des Parks ist somit eindeutig das Blumenmeer von Juli bis September. Trotz der erwähnten Reduzierungen befindet sich dort noch immer eine der größten Wechselflorpflanzungen der Stadt.

Der "Blumenpark Schwarzer Weg" ist trotz der Flächenreduzierungen der letzten Jahre immer noch eine der großen, zusammenhängenden Wechselpflanzungsflächen im Stadtgebiet. Hier werden alljährlich circa 25.000 Frühjahrs- und 20.000 Sommerblumen gepflanzt. Seit einiger Zeit werden die Form- und Gruppenpflanzungen immer mehr durch sogenannte Millefleurbeete mit staudenartigem Charakter ersetzt.

Gerade in den Monaten Juli bis September taucht der Besucher im Schwarzen Weg förmlich in ein Blütenmeer ein, das aus unzähligen Blüten von Schmuckkörbchen, kleinblütigen Zinnien, etlichen Salbeiarten und vielen anderen, einjährigen Sommerblumen besteht.

Durch die Auflassung der Neuburger Bahnlinie sowie die Notwendigkeit für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durch den Neubau der ICE Strecke München/Nürnberg erhielt der "Schwarze Weg" 2002 eine Erweiterung nach Westen, die seine Bedeutung als Grünanlage stärkt. Im Erweiterungsabschnitt sind vor allem Maßnahmen im Sinne des Arten- und Biotopschutzes wie die Schaffung von Rohbodenstandorten und Sukzessionsbereichen umgestzt, um so auch das ökologische Potential des "Schwarzen Weges" zu erhöhen.

Der Grünzug Ochsenanger

Im Rahmen des Bebauungsplanes "Am Ochsenanger" wurde auch die Ausweisung einer Grünfläche vorgesehen, die sich im Anschluss an die Bezirkssportanlage Südost von der Asamstraße im Westen bis zur Odilostraße im Osten erstreckt. Die Fläche liegt auf dem ehemaligen Feuchtbereich des Lohgrabens, der verrohrt wurde. Der Grünzug Ochsenanger umfasst eine Fläche von circa 4,3 Hektar und erfüllt im Südostviertel die Funktion eines Stadtteilparks. Die Anlage des Grünzuges erfolgte 1988.

 

Der Park gliedert sich in einen Bereich mit Biotopflächen und Erholungsflächen. Die naturnahen Flächen folgen dem ehemaligen Verlauf der Lohe und bestehen aus einer Obstwiese, Blumenwiesen und lockeren Strauchpflanzungen im Böschungsbereich. Die Erholungsflächen sind Spiel- und Liegewiesen, die durch Spazierwege erschlossen werden. An markanten Punkten laden auch Sitzbänke zum Verweilen ein.

Der im Bebauungsplan festgesetzte Spielplatz liegt im zentralen Bereich des Grünzuges. Er besteht aus mehreren Sandflächen, die mit verschiedenen Spielgeräten und Gerätekombinationen versehen wurden. Der Spielplatz ist mit niedrigen Wälllen, die eine dichte Gehölzbepflanzung erhalten haben, von der Wohnbebauung abgeschirmt worden.

Stadtteilpark Urnengräberfeld

Zwischen dem östlichen Rand der Bebauung des Ortsteiles Zuchering und dem Kempesee befindet sich der circa sieben Hektar große Grünzug Urnengräberfeld. Die in einem Bebauungsplan rechtlich abgesicherte Grünfläche ist seit dem Jahr 1999 in Abschnitten verwirklicht worden.

In der Parkanlage sind vielfältige Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche geschaffen worden. Bewegungsspiele sind auf der Streethockey- und Streetballfläche möglich. Zum Fußballspielen lädt der Bolzplatz ein. Spielen kann man in jeder Jahreszeit: Im Winter kann der Rodelhügel genutzt werden, im Sommer wird Beachvolleyball gespielt. Für Kinder bis zwölf Jahre steht ein Gerätespielplatz zur Verfügung. Der Grünzug selbst wird durch wassergebundene Wege mit einer Länge von knapp zwei Kilometern erschlossen. 200 Bäume und 3400 Sträucher in den Pflanzflächen sowie Wiesen und Rasenflächen verleihen der extensiv und naturnah gestalteten Parkanlage ein räumliches Gesicht.

Da an der Oberstimmer und der Weicheringer Straße Parkplätze eingerichtet wurden, kann der Grünzug auch von Bürgern genutzt werden, die weiter entfernt wohnen.

Der Grünzug am Güßgraben


Der Grünzug „Am Güßgraben“ befindet sich auf Flächen zwischen dem Baugebiet „Am Wettstetter Weg“ und dem Güßgraben. Ab 2002 wurde begonnen, die Flächen durch grünordnerische Maßnahmen landschaftsökologisch aufzuwerten.

Der Spielplatz befindet sich auf einer Fläche von 2.855 östlich des Kindergartens am Adlmannsberger Weg. Das Konzept des Spielplatzes sieht vor, möglichst alle Altersgruppen von Kindern und Jugendlichen anzusprechen. Im südlichen Bereich des Spielplatzes sind mit einer Streetballfläche, einer Tischtennisplatte und einem Kletterraumnetz mit Kurvenrutsche Elemente enthalten, die eher ältere Kinder und Jugendliche begeistern. Der nördliche Bereich als Sand- und Wasserspielplatz kommt eher den Bedürfnissen von kleineren Kindern entgegen. Dort sind auch Sitzbänke angeordnet, damit Eltern ihre kleineren Kinder im Blickfeld behalten können.

Der Bolzplatz befindet sich südlich des Spielplatzes und umfasst eine Fläche von über 5.000 . Am Südrand des Platzes wurde an der Grenze zum Wohngebiet aus Lärmschutzgründen ein Erdwall geschüttet. Die Erdwälle werden wie auch der Spielplatz mit heimischen Laubgehölzen bepflanzt, die Nordseite des Bolzplatzes wird mit einer Eschenreihe gegliedert.

Der Bereich zwischen den Bauflächen und dem Güßgraben wurde landschaftsökologisch aufgewertet. Dafür wurde der größte Teil der Fläche als artenreiche Wiese eingesät und mit Wildobstbäumen und Feldgehölzen bepflanzt. Der als Biotop kartierte Gehölzbestand entlang des Güßgrabens bleibt erhalten.