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06.05.2026

Bauvorhaben in Ingolstadt werden gefördert

Tag der Städtebauförderung am 9. Mai 

Zum Tag der Städtebauförderung informieren Bund, Länder und Gemeinden deutschlandweit über Projekte, die mit Mitteln des Bundes und der Länder gefördert werden. Auch in Ingolstadt können viele öffentliche Bauvorhaben nur dank finanzieller Unterstützung durch den Bund und den Freistaat Bayern realisiert werden. Einige dieser Projekte werden hier zum Tag der Städtebauförderung am Samstag, 9. Mai vorgestellt.

Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel
Im Zuge des Förderprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ entwickeln das Referat für Stadtentwicklung und Baurecht und die Stabsstelle Strategien Klima, Biodiversität und Donau vier Projekte im Zweiten Grünring der Stadt, die die Sicherung des Grünrings und die Verbesserung von Biodiversität, Klima und Naherholung ermöglichen. Durch Bund (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen) und Land (Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr) werden 90 Prozent der Bausumme gefördert.


Stabsstelle Strategien Klima, Biodiversität und Donau – Agroforst

Unter dem Oberbegriff „Agroforst“ sind im Ingolstädter Süden zwei klimaangepasste Natur- und Erholungsflächen im Zweiten Grünring entstanden, die Mensch und Tier gleichermaßen zur Verfügung stehen. Die Streuobstwiese an der Dorfstraße in Unsernherrn ist eine ideale Ergänzung zum nahen Sportangebot mit Bolz- und Hockeyplatz. Alte Obstsorten, sogenannte Klimabäume und neue Heckenstrukturen bieten den grünen Rahmen für eine Picknick-Pause. Das reife Obst darf natürlich genascht werden. Das Nutzungskonzept wurde von der Stadt gemeinsam mit der örtlichen Grundschule, dem Bezirksausschuss und dem Obst- und Gartenbauverein entwickelt.
Die zweite Fläche, nur wenige Gehminuten südwestlich der Streuobstwiese gelegen, wurde inmitten der Agrarlandschaft als Klimaoase angelegt. Neben neuen Hecken- und Biotopstrukturen für wärme- und trockenheitsliebende Tiere und Pflanzen wurden zusätzlich bisher nicht heimische, potenzielle Klimabäume gepflanzt. Ein Teil der Fläche ist zudem als Grabeland ausgewiesen –Bürgerinnen und Bürger, die Interesse an Obst- und Gemüseanbau, aber keinen eigenen Garten haben, können sich per Mail an Stabsstelle.Klima@ingolstadt.de um einen Platz bewerben. Auf beiden Flächen sind Grundwasserbrunnen mit Schwengelpumpen vorhanden, um in Trockenperioden eine Bewässerung zu ermöglichen.

Projektstand: Fertiggestellung Frühjahr 2025
Stadtbezirk: Münchener Straße
Bausumme: 135.000 Euro


Gartenamt – Neuer Abschnitt der Einbogenlohe

Seit 40 Jahren renaturiert die Stadt unter dem Motto „Lohenprogramm“ ehemalige Altarme der Donau. Eine dieser über die letzten Jahrhunderte verlandeten Flussschleifen ist die Einbogenlohe in Spitalhof. Bereits Ende der 1990er Jahre wurde der erste Abschnitt der Lohe entlang der Schrobenhausener Straße ausgebaut. Es entstanden offene Wasserflächen (Grundwasser), die dem Lauf der Donauschleife folgen. Großzügig begrünt und in späteren Jahren um einen Steg sowie um ein „Grünes Klassenzimmer“ ergänzt, entstand u. a. für die städtischen Grundschulen und Umweltverbände ein Ort, an dem sie das Gewässerbiotop im Jahresverlauf erkunden können. Durch das Förderprogramm konnte nun ein weiterer Teilabschnitt der Einbogenlohe umgesetzt werden. Auch hier wurde das Grundwasser freigelegt und heimische Gehölze und Gewässerpflanzen wurden gepflanzt. Dieser Abschnitt der Einbogenlohe wird aber, im Gegensatz zum ersten, nicht für die Naherholung/Naturerfahrung zur Verfügung stehen, sondern vorrangig der Natur vorbehalten bleiben. Amphibien, Fische, Insekten und Kleinsäuger genauso wie die Gewässerflora sollen sich in den kommenden Jahren in geschütztem Rahmen ungestört entwickeln können.

Projektstand: Fertiggestellung Herbst 2025
Stadtbezirk: Süd
Bausumme: ca. 170.000 Euro


Gartenamt – Rosengarten Oberhaunstadt
Die Stadt Ingolstadt hat den ehemaligen Rosengarten Oberhaunstadt zum grünen Mittelpunkt des neuen Stadtquartiers im Neubaugebiet „Am Kreuzäcker“ umgestaltet. Als Teil des städtischen Grünflächenverbundsystems steht dieser öffentliche Freiraum seit 2024 sowohl den Anwohner/-innen als auch den Besuchern/-innen aus dem Stadtgebiet zur Verfügung. Bei der Anlage und für die Pflege der Grünfläche war besonders wichtig, dass Gestaltung, Ökologie und Klimaschutz miteinander einhergehen. Die Pflanzenauswahl berücksichtigt beispielsweise die aktuellen klimatischen Veränderungen mit längeren Trockenperioden und starken Niederschlagsereignissen, indem die ausgewählten Stauden, Rosen und anderen Gehölze in den Beeten wenig Wasser und Pflege benötigen. Trotzdem bieten v. a. die schönen Bodendecker-, Kletter- und Wildrosen nicht nur prächtige Blühaspekte, sondern mit ihren Pollen, Früchten und Blattwerk vielen Insekten, Kleinsäugern und Vögeln ganzjährig ein reiches Nahrungsangebot und einen Lebensraum. Aufenthaltsbereiche mit seniorengerechten Sitzbänken, Beton-Sitzmodulen und Holzdecks sind teilweise mit begrünten, schattenspendenden Pergolen überstellt und laden damit auch im Sommer zum Verweilen ein. Im Dunkeln spenden energiesparende LED-Lampen Licht.
Fahrradstellplätze und Hauptwege sind mit hellen Bodenbelägen ausgestattet, die den Raum inmitten der Gebäudestrukturen aufhellen, aber gleichzeitig die Hitzerückstrahlung minimieren. Auf befestigte Nebenwege wurde verzichtet, stattdessen gibt es Rasenwege. Hierdurch werden eine zusätzliche Bodenversiegelung vermieden und die Versickerungsfähigkeit der Flächen erhalten. Um das Niederschlagswassermanagement noch weiter zu optimieren, wird ein Teil des im Baugebiet anfallenden Regenwassers über Mulden und Senken innerhalb der Grünflächen versickert, so dass auf bauliche Be- und Entwässerungssysteme verzichtet werden konnte.

Projektstand: Fertigstellung Ende 2023
Stadtbezirk: Oberhaunstadt
Bausumme: 586.000 Euro

Gartenamt – Zweiter Grünring Nord

Die Freiflächen im nördlichen Zweiten Grünring in Etting sollen zur Naherholung, vor allem aber zu ökologisch wertvollen Naturräumen weiterentwickelt werden. Der erste Bauabschnitt zur Aufwertung der Naherholungsfunktion wird gerade umgesetzt. In den vergangenen Wochen wurde dafür ein Trampelpfad zu einem schmalen Gehweg ausgebaut. Der neue Gehweg verbessert die Anbindung der Freiflächen nördlich und südlich des Haunstädter Mühlbachs. In Kürze werden Aufenthaltsbereiche mit Sitzmöglichkeiten am Haunstädter Mühlbach eingerichtet. Das Besondere ist hier, dass Bürgerinnen und Bürger die enorme Weite des Grünrings über die landwirtschaftlichen Flächen und Grünflächen hinweg erleben können.

Mit dem späteren zweiten Bauabschnitt ist eine abschnittsweise Renaturierung des Retzgrabens vorgesehen. Aus dem begradigten Entwässerungsgraben soll ein naturnaher Bachlauf entstehen, der nicht nur im Hochwasserfall zusätzliches Retentionsvolumen zum Schutz vor Überschwemmungen bieten, sondern auch die Biodiversität und ökologische Wertigkeit des nördlichen Zweiten Grünrings aufwerten wird.

Projektstand: Umsetzung erster Bauabschnitt, Planung zweiter Bau-abschnitt
Stadtbezirk: Etting
Prognostizierte Bausumme: 1.780.000 Euro


Weitere Informationen zum Tag der Städtebauförderung erhalten Sie hier