Ökologische Aufwertung
Projekte für den Zweiten Grünring
Der Zweite Grünring ist mit einer Fläche von rund 1000 Hektar von wesentlicher Bedeutung für die Landschaftsplanung, die Stadtentwicklung sowie den Naturschutz und die Naherholung. Von seinen weitläufigen Freiflächen profitieren die Menschen, das Klima und die Natur in der Stadt.
Um den zweiten Grünring trotz des stetigen Bevölkerungswachstums auch in Zukunft zu erhalten, hat das Referat für Stadtentwicklung und Baurecht den „Rahmenplan 2. Grünring“ aufgestellt. Dieser bildet die Grundlage zur Sicherung des Grünrings im Zuge der gesamtstädtischen Bauleitplanung.
Zur Umsetzung einzelner Ziele des Rahmenplans erhielt Ingolstadt über ein Förderprogramm* die Möglichkeit, insgesamt vier städtische Projekte im Zweiten Grünring umzusetzen.
Mit der Anlage von Agroforstflächen und der Erweiterung der Einbogenlohe im Süden der Stadt sowie dem Rosengarten Oberhaunstadt wurden bereits drei dieser Projekte durch das Gartenamt und die Stabsstelle Klima, Biodiversität und Donau fertiggestellt.
Nun beginnt in Etting die Umsetzung des vierten Projekts unter dem Titel „Zweiter Grünring Nord“.
Das Planungsbüro NRT entwarf zusammen mit der Stadtverwaltung ein Konzept, nach dem der nördliche Abschnitt des Zweiten Grünrings vorrangig der naturräumlichen Weiterentwicklung vorbehalten bleiben soll. Die Naherholung wird zwar ebenfalls gefördert, aber klimatischen und ökologischen Zielen untergeordnet. Lediglich der Bereich am bestehenden Geh- und Radweg entlang des Haunstädter Bachs soll demnach der Naherholungsnutzung zugewiesen werden, während die Bereiche zwischen Retzgraben und Haunstädter Bach der Klimavorsorge, der Natur, dem Wassermanagement und auch weiterhin der landwirtschaftlichen Nutzung dienen sollen.
Mit dem aktuellen, ersten Bauabschnitt werden zunächst die Freianlagen fertiggestellt. Entlang des Geh- und Radwegs werden auf stadteigenen Flächen zwei Aufenthaltsbereiche angelegt: Von seniorengerechten Sitzbänken und modernen, um 360° drehbaren Liegebänken ergeben sich Blickbeziehungen Richtung Süden in die Stadtlandschaft hinein sowie Richtung Norden in die Weite der naturräumlichen Grünflächen. Standortgerechte Gehölzpflanzungen und Wiesenbeete sorgen für Duft und Farbe und bieten ein zusätzliches Nahrungsangebot für Tiere.
Auch soll ein kurzer Trampelpfad zu einem schmalen Gehweg ausgebaut werden, um die Freiflächen nördlich und südlich des Haunstädter Bachs, die schon jetzt über eine Brücke miteinander verbunden sind, besser zu vernetzen. Als Belag wird eine wassergebundene Wegedecke vorgesehen. Auf eine Beleuchtung aber wird zum Schutz nachtaktiver Tiere vor sogenannter Lichtverschmutzung bei der gesamten Maßnahme verzichtet.
Als klimawirksame Maßnahme plant die Stadt einen zweiten Bauabschnitt, mit dem eine abschnittsweise Renaturierung des Retzgrabens erfolgen soll. Aus dem begradigten Entwässerungsgraben soll ein naturnaher, mäandrierender Bachlauf werden, der nicht nur im Hochwasserfall zusätzlichen Retentionsraum zum Schutz vor Überschwemmungen bieten, sondern auch die Biodiversität und ökologische Wertigkeit des nördlichen Zweiten Grünrings aufwerten kann.
(*Das Programm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages durch Bund (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen) und Land (Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr) gefördert.)
