Stadträte verabschiedet
293 Jahre im Dienst für die Stadt
Der neu gewählte Ingolstädter Stadtrat hat Anfang Mai seine Arbeit aufgenommen. 17 Frauen und Männer, die ihm in der vergangenen Wahlperiode und teilweise deutlich darüber hinaus angehörten, sind ausgeschieden. Ihnen dankte Oberbürgermeister Dr. Michael Kern in einer Feierstunde im Rathaus im Verwaltungsgebäude.
In seiner Rede betonte er, dass Kommunalpolitik und damit die Arbeit im Stadtrat das Fundament der Demokratie sei. „Viele Probleme und Herausforderungen der sogenannten großen Politik sind auf kommunaler Ebene sehr konkret. Egal ob es um Wohnraum, Bildung, um die regionale Wirtschaft, Energiewende oder Fragen der Migration geht – das was im Bund diskutiert wird, passiert in der Stadt unmittelbar.“ Kern dankte den ehemaligen Stadträtinnen und Stadträten: „Sie haben Ihre Freizeit und viel Energie investiert und oft genug persönliche Interessen zurückgesteckt, um sich für das Gemeinwohl einzusetzen.“
Mit einer eindrucksvollen Zahl machte er das Engagement der Kommunalpolitiker deutlich: „Insgesamt sind hier 293 Jahre Stadtratsarbeit versammelt! Von diesen 293 Jahren entfallen mehr als die Hälfte, nämlich 156 Jahre, auf nur vier Stadtratsmitglieder: Brigitte Fuchs, Sepp Mißlbeck, Achim Werner und Manfred Schuhmann.“
Ganze acht Wahlperioden, also 54 Jahre, gehörte Manfred Schuhmann (SPD) dem Ingolstädter Stadtrat an. Dabei war er sieben Jahre Fraktionsvorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. Für sein jahrzehntelanges Wirken hat er bereits 1990 die Kommunale Verdienstmedaille in Bronze erhalten. Sein Engagement für die Kultur- und Schulpolitik wurde 2003 mit dem Bayerischen Verdienstorden belohnt. Im selben Jahr bekam er außerdem die Bayerische Verfassungsmedaille. Und 2023 wurde er mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber auszeichnen.
Achim Werner (SPD / Linke) war 36 Jahre lang Stadtrat, davon 16 Jahre als Fraktionsvorsitzender der SPD. Für sein vielseitiges Engagement erhielt er bereits 2013 die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber. 2023 wurde er mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber ausgezeichnet.
Sepp Mißlbeck (UWG) gehörte seit 1990 ohne Unterbrechung dem Stadtrat an. Er vertrat im Laufe der Zeit verschiedene Parteien. Er war nicht nur Fraktionsvorsitzender der FW, sondern von 2008 bis 2020 auch Dritter Bürgermeister. Für seine Verdienste erhielt er 2018 die kommunale Verdienstmedaille in Bronze und 2020 die Ehrenbezeichnung Alt-Bürgermeister.
Fünf Wahlperioden und damit 30 Jahre lang war Brigitte Fuchs (CSU) Stadträtin. Sie war zudem Dritte Bürgermeisterin und damit die erste Frau überhaupt in diesem Amt. Für ihren langjährigen Einsatz hat die Altbürgermeisterin 2021 die Medaille in Bronze des Freistaats Bayern für besondere Verdienste für kommunale Selbstverwaltung erhalten.
Je vier Wahlperioden setzten sich Hans Achhammer (CSU) und Petra Volkwein (SPD) für die Bürgerinnen und Bürger ein.
Hans Achhammer gehörte zu den profilierten Fachleuten der CSU-Fraktion, wenn es um Stadtentwicklung und Baufragen ging. Als Sprecher im Stadtentwicklungsausschuss begleitete er fast ein Vierteljahrhundert die städtebauliche Entwicklung der Stadt.
24 Jahre war Petra Volkwein Stadträtin, davor war sie bereits sechs Jahre lang Mitglied des Bezirksausschusses. Für ihr großes Engagement hat sie 2022 die kommunale Dankurkunde erhalten.
16 Jahre lang war Klaus Böttcher (FW) Stadtratsmitglied. Zwei Wahlperioden gehörten Christian Höbusch (Grüne), Dr. Markus Meyer (JU) und Georg Niedermeier (UWG) dem Stadtrat an. Acht Jahre war Raimund Reibenspieß (FW) aktiv und Veronika Hagn (JU), Jürgen Köhler (UWG), Stephanie Kürten (Grüne, ab Juli 2024 CSU) sowie Jochen Semle (Bündnis 90/Die Grünen) engagierten sich sechs Jahre im Stadtrat. Drei bzw. zwei Jahre lang waren Roland Meier (Linke) und Francesca Pane (Linke) aktiv.
Als äußeres Zeichen der Anerkennung für die ehrenamtliche Tätigkeit im Ingolstädter Stadtrat zeichnete Oberbürgermeister Dr. Kern die ausgeschiedenen Stadträtinnen und Stadträte mit Urkunde und Ehrennadel aus.
