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08.07.2026

Wertvolle Daten

Bürgerbeteiligung am Digitalen Zwilling

Wie kann ein digitaler Zwilling die Entwicklung Ingolstadts unterstützen und welchen Nutzen bietet er für Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Ende Juni die Veranstaltung „Stadt. Daten. Dialog. – Der digitale Stadtzwilling für Ingolstadt“. Dazu eingeladen hatten die städtischen Bereiche Geoinformation sowie Statistik und Stadtforschung.

Die Resonanz war sehr positiv. Rund 90 Interessierte – darunter Bürgerinnen und Bürger, Mitarbeitende der Stadtverwaltung sowie Mitglieder des Stadtrats – verfolgten die Präsentation in den Räumen der Volkshochschule Ingolstadt. Dabei war es den Veranstaltern wichtig, die Öffentlichkeit frühzeitig in die Entwicklung eines digitalen Zwillings für Ingolstadt einzubeziehen und gemeinsam Ideen für mögliche Anwendungsfälle zu sammeln.

Zu Beginn gab die Open-Data-Beauftragte der Stadt Altuna Saiti den Teilnehmenden einen Einblick in die Datengrundlage. Anhand konkreter Beispiele zeigte sie auf, wie frei verfügbare, nicht personenbezogene (Verwaltungs-)Daten Transparenz schaffen, Innovation fördern und die Grundlage für digitale Anwendungen bilden können. Anschließend stellte Kevin Cordshagen, Sachgebietsleiter Statistik und Stadtforschung, die Bedeutung statistischer Daten für die Analyse städtischer Entwicklungen dar. Diese Strukturdaten bilden eine wesentliche Grundlage für einen zukünftigen digitalen Zwilling. Denn sie machen Entwicklungen und Zusammenhänge sichtbar, um somit fundierte Entscheidungen beispielsweise in der Stadtplanung, der Infrastrukturentwicklung oder bei sozialen Angeboten zu unterstützen.

Im Anschluss erläuterte Kathleen Michl, Sachgebietsleiterin Geoinformation, das Konzept eines urbanen digitalen Zwillings. Sie zeigte auf, wie räumliche Daten, statistische Informationen und weitere Datenquellen in einem digitalen Abbild der Stadt zusammengeführt werden können. Ein solcher digitaler Zwilling ermöglicht es, Entwicklungen transparent darzustellen, Szenarien zu simulieren und Planungsprozesse datenbasiert zu unterstützen.

Nach der Pause präsentierten Studierende des Studiengangs User Experience Design der Technischen Hochschule Ingolstadt erste Konzepte und Klickdummys für einen möglichen digitalen Zwilling der Stadt. Die Hochschule unterstützt im Rahmen eines Projektseminars als wichtiger Kooperationspartner, um “Bottom-Up” die potenziell Nutzenden mitzudenken. Die Entwürfe verdeutlichten, wie ein digitaler Zwilling möglichst niedrigschwellig und benutzerfreundlich gestaltet werden kann. Vorgestellt wurden unter anderem Anwendungen, mit denen Bürgerinnen und Bürger an heißen Tagen schnell kühle Aufenthaltsorte finden können, ebenso wie die Nutzung als Werkzeug für Standortanalysen durch Unternehmen sowie für interne Planungs- und Simulationsprozesse der Stadtverwaltung. Die vorgestellten Ideen bilden eine wichtige Grundlage für die weitere konzeptionelle Entwicklung.

Den Abschluss bildete ein Gallery Walk, bei dem die Teilnehmenden mit den Studierenden und den Projektverantwortlichen ins Gespräch kommen konnten. Dabei wurden interessante Visionen gezeigt und zahlreiche Anregungen, Ideen und Hinweise der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesammelt. Diese Rückmeldungen werden nun ausgewertet und fließen in die weitere Entwicklung des digitalen Stadtzwillings für Ingolstadt ein.

Ideen können weiterhin gerne per Mail eingereicht werden an: digitalerzwilling@ingolstadt.de

Die Veranstaltung verdeutlichte das große Interesse an datenbasierten Zukunftslösungen für Ingolstadt und unterstrich die Bedeutung des Austauschs zwischen Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Bürgerschaft für eine erfolgreiche digitale Stadtentwicklung. Ob und wie das Projekt zur Umsetzung eines öffentlichen digitalen Stadtzwillings weitergeführt werden kann, hängt maßgeblich von der Entscheidung über einen bereits eingereichten Antrag auf EU-Förderung ab. Mit einer Rückmeldung wird in den kommenden Wochen gerechnet.