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01.03.2022

Hilfen für Geflüchtete

Ingolstadt bereitet sich auf die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge vor

Hundertausende Menschen sind auf der Flucht und für die nächsten Tage und Wochen werden weitere größere Fluchtbewegungen erwartet. Die Hilfsbereitschaft in Deutschland ist groß und auch Ingolstadt bereitet sich auf die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge vor. Eine Koordinierungsgruppe Nothilfe Ukraine traf sich unter Leitung von Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll als Vertreterin des Oberbürgermeisters zu einer ersten Besprechung.

Es sind schon geflüchtete ukrainische Familien in Ingolstadt eingetroffen, die hier Angehörige oder Freunde haben, bei denen sie zunächst untergebracht sind. Ukrainische Staatsangehörige können visumsfrei nach Deutschland einreisen und sich hier bis zu 90 Tagen ohne Aufenthaltstitel aufhalten. Bei einem visumsfreien bzw. einem Aufenthalt mit Visum haben die Betroffenen allerdings keinen Anspruch auf Sozialleistungen in Form von Unterbringung oder Geldleistungen. Diese Möglichkeit ist daher vor allem für Personen sinnvoll, die in Deutschland Verwandte oder Bekannte haben bzw. sich den Aufenthalt selbst finanzieren können.

Die Regierung von Oberbayern hat die Städte und Gemeinden informiert, dass alle in Oberbayern ankommenden ukrainischen Kriegsflüchtlinge zunächst an das rund um die Uhr geöffnete Ankunftszentrum des Freistaats in München weitergeleitet werden sollen.
Dort erfolgt eine Registrierung und bei Bedarf – wenn keine private Unterkunft im Verwandten-/Bekanntenkreis vorhanden sind – eine Überführung in das Asyl-Unterbringungssystem in Oberbayern.
Die Stellung eines Asylgesuchs sei dazu weder erforderlich, noch wird dazu geraten.

Im Bürgeramt erhalten die Ankommenden zunächst Informationen zur grundlegenden Orientierung.

Wie kann ich helfen?

Die Stadt Ingolstadt freut sich über die große Hilfsbereitschaft der Ingolstädter Bevölkerung, bittet aber um Verständnis, dass die Stadt selbst derzeit keine Sach- oder Geldspenden entgegennehmen kann.

Jeder, der etwas für die vom Krieg betroffenen Menschen tun will, sollte dies über die bekannten Hilfsorganisationen tun.

Behörden und Hilfsorganisationen bitten für die Ukraine und ihre Nachbarländer vorwiegend um Geldspenden, mit denen die benötigten Hilfsgüter, z.B. zur medizinischen Versorgung direkt finanziert werden können. Dies sei zielführender, denn private Sachspenden müssten aufwendig sortiert, nach Qualität und Bedarf geordnet und weiterverteilt werden. Es ist für die Hilfsorganisationen einfacher und schneller, die benötigten Güter vor Ort in der benötigten Zahl und Qualität zu beschaffen. Daher verweist die Stadt Ingolstadt auf Spendenkonten der bekannten Hilfsorganisationen.

Aufgrund der überwältigenden Hilfs- und Spendenbereitschaft der Bevölkerung werden derzeit keine Sachspenden für Ingolstadt mehr benötigt. Sollte sich wieder ein Bedarf ergeben, werden die Stadt und die Hilfsorganisationen einen gezielten Aufruf starten, auch wenn Ehrenamtliche zur Mitarbeit gesucht werden.

Von privater Seite sind zudem bereits viele Wohnungsangebote bei der Stadtverwaltung eingegangen. Diese werden geprüft und je nach Eignung und aktuellem Bedarf in Anspruch genommen. Die Stadt Ingolstadt bedankt sich für die bisherigen Angebote, bittet aber um Geduld: Nicht immer können die Anbieter sofort kontaktiert werden.

Wer Wohnraum zur Verfügung stellen möchte, oder Übersetzungs- oder Transportdienste anbieten möchte, kann dies unter der bayernweiten Plattform des Innenministeriums anmelden: www.ukraine-hilfe.bayern.de 

Um aus der Ukraine geflüchteten Kindern und Jugendlichen einen guten schulischen Einstieg zu ermöglichen, sucht das Bayerische Kultusministerium aktuell nach Menschen, die als „Willkommenskraft“ mithelfen möchten. Informationen und Registrierung unter www.km.bayern.de/willkommenskraft.


Spendenkonten/Hilfsaktionen in Deutschland

Einreise

Einreise und vorübergehender Aufenthalt bis 31. August 2022 (gemäß Ukraine-Aufenthalts-Übergangsverordnung)

Alle Ausländer (ukrainische Staatsangehörige und Staatsangehörige anderer Drittländer), die sich am 24. Februar 2022 in der Ukraine aufgehalten haben dürfen visafrei nach Deutschland einreisen und sind bis 31. August 2022 vom Erfordernis eines Aufenthaltstitels befreit.

Damit müssen Vertriebene aus der Ukraine kein Asylverfahren durchlaufen. Ein Asylantrag ist nicht mehr erforderlich. Ukrainischen Staatsangehörigen wird deshalb empfohlen, derzeit von der Stellung eines Asylantrages abzusehen. Asylbewerber erhalten die gleichen finanziellen Leistungen wie Vertriebene, die eine Aufenthaltserlaubnis nach § 24 AufenthG erhalten. Das Recht, einen Asylantrag zu stellen, besteht jedoch unabhängig davon fort.


Behördliche Informationen zur Einreise aus der Ukraine und zum Aufenthalt in Deutschland

Bundesministerium des Inneren:

www.germany4ukraine.de

Auf der Seite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finden Sie umfassende Informationen zur Einreise aus der Ukraine und zum Aufenthalt in Deutschland (auch auf Ukrainisch)

www.bamf.de - Geflüchtet aus der Ukraine

Das Auswärtige Amt hat umfassende Informationen im Zusammenhang mit der Unterstützung bei der Ausreise aus der Ukraine zusammengestellt.

Aktuelle Situation in der Ukraine - Auswärtiges Amt

Eine Krisenhotline des Auswärtigen Amts informiert darüber hinaus persönlich:

+49 305 000 3000